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Das Örtchen Kremmen in Brandenburg.
Das Örtchen Kremmen in Brandenburg.(Foto: picture alliance / Ralf Hirschbe)
Mittwoch, 16. August 2017

Flüchtlingsheim attackiert: Verdächtiger gesteht Brandanschlag

Ein fremdenfeindlicher Angriff in Brandenburg ist anscheinend aufgeklärt. Die Polizei nimmt einen Verdächtigen fest. Er gibt zu, Molotowcocktails auf eine Flüchtlingsunterkunft in Kremmen geworfen zu haben. Nun droht ihm Gefängnis.

Vier Monate nach einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Kremmen ist der mutmaßliche Täter festgenommen worden. "Es handelt sich um einen 28-Jährigen aus dem Ort", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann von der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Nach der Festnahme des arbeitslosen Mannes am Dienstag sei Haftbefehl wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung erlassen worden.

In den frühen Morgenstunden hatte am Karsamstag ein Mann zwei Brandsätze auf die eingezäunte Unterkunft nördlich von Berlin geschleudert. Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts konnten einen Molotowcocktail sofort löschen, der zweite Brandsatz zündete nicht. Verletzte gab es nicht. Wie Lehmann sagte, war der Festgenommene vor der Haftrichterin weitgehend geständig. "Er hat die Würfe mit den Molotowcocktails eingeräumt." Das Motiv war demnach Fremdenfeindlichkeit.

"Wir haben keine Hinweise auf weitere Täter", sagte Lehmann. Der Festgenommene sei bis dahin strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Brandenburgs Innenstaatssekretärin Katrin Lange lobte "die hartnäckige Ermittlungsarbeit". Von der Festnahme gehe das Signal aus, "dass sich ausländerfeindlich motivierte Täter nie sicher sein dürfen, mit ihren hinterhältigen Aktionen bei Nacht und Nebel straffrei davonzukommen", sagte die SPD-Politikerin.

Für Hinweise auf den Täter waren sei Mitte Juni 5000 Euro Belohnung ausgesetzt, was die Ermittler aber nicht weiter brachte. Letztlich habe "gute Polizeiarbeit" zu dem nun festgenommenen Mann geführt, sagte Lehmann. Der Brandanschlag war von Videokameras aufgezeichnet worden. Zum Tatzeitpunkt wohnten nach Angaben des Rundfunks Berlin-Brandenburg 70 Menschen in der Unterkunft.

Quelle: n-tv.de

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