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Sicherheitskräfte auf dem Champs-Élysée am Tag danach.
Sicherheitskräfte auf dem Champs-Élysée am Tag danach.(Foto: AP)
Freitag, 21. April 2017

Waffen und Sturmhauben gefunden: Verdächtiger hatte Zugticket nach Frankreich

Der Mann in Belgien, der als mutmaßlicher Komplize des Attentäters von Paris galt, hat offenbar nichts mit den Schüssen auf die französischen Polizisten zu tun. Doch in seiner Wohnung finden die Ermittler Waffen und eine Fahrkarte.

Nach dem Anschlag auf den Pariser Champs-Élysées hat sich ein zur Fahndung ausgeschriebener 35-jähriger Mann der belgischen Polizei gestellt. Er meldete sich in einem Polizeirevier der Stadt Antwerpen, wie der Sprecher des französischen Innenministeriums mitteilte. Allerdings hat der gesuchte Mann ersten Erkenntnissen der belgischen Ermittler zufolge keine Verbindung zu dem Anschlag auf die Polizisten in der französischen Hauptstadt. "Nach derzeitigem Stand gibt es keine Verbindung. Aber die Ermittlungen laufen natürlich weiter", sagte ein Sprecher der belgischen Staatsanwaltschaft. Er sei wegen einer anderen Sache gesucht worden. "Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Es gibt keine Verbindung."

Der Sprecher des französischen Innenministeriums hatte zuvor im französischen Radiosender "Europe 1" gesagt, dass die Belgier den Franzosen am Vortag eine Suchmeldung nach dem Mann übermittelt hätten. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden Waffen, Sturmhauben und ein auf Donnerstag datiertes Zugticket für eine Fahrt nach Frankreich gefunden.

Der Anwalt des Verdächtigen wurde von der belgischen Zeitung "Het Laatste Nieuws" mit den Worten zitiert: "Ich war heute Nacht mit meinem Mandanten bei der Polizei in Antwerpen, um eine Erklärung abzugeben. Mein Mandat war wie gewohnt bei der Arbeit in einer Tankstelle im Hafen, als sich der Anschlag ereignete. Er wurde wegen eines Drogenfalles gesucht, der nichts mit dem Anschlag in Paris zu tun hat."

"Der Angreifer von den Champs-Élysées im Zentrum von Paris ist Abu Yussef, der Belgier", hatte das IS-Propagandasprachrohr Amak erklärt und die Attacke für sich reklamiert. Allerdings war der erschossene Angreifer ein 39-jähriger Franzose. Dieser hatte am Donnerstagabend auf den Champs-Élysées das Feuer auf Polizisten eröffnet. Er tötete einen Beamten und verletzte zwei weitere sowie eine deutsche Touristin, bevor er selbst erschossen wurde.

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Quelle: n-tv.de

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