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82 Prozent der Seen und Flüsse entsprechen nicht den EU-Vorgaben.
82 Prozent der Seen und Flüsse entsprechen nicht den EU-Vorgaben.(Foto: dpa)

Grüne fordern mehr Maßnahmen: Viele Gewässer verstoßen gegen EU-Normen

Die Zahlen sind erschreckend: Tausende Gewässer in Deutschland entsprechen nicht den Qualitätsvorgaben der EU. Eine neue Düngeverordnung soll Abhilfe schaffen, aber das dürfte nicht reichen. Die Grünen warnen vor Folgen für die Trinkwasserpreise.

Tausende Gewässer in Deutschland verstoßen laut einem Zeitungsbericht wegen überhöhter Nährstoffwerte zu großen Teilen gegen die Qualitätsvorgaben der Europäischen Union. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen berichtet, erfüllten bis Ende vergangenen Jahres 82 Prozent der Gewässer die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht. Diese Angabe bezieht sich auf 9900 sogenannte Oberflächenwasserkörper wie Seen und Flüsse.

Von tausend sogenannten Grundwasserkörpern verstoßen laut Bundesumweltministerium 36 Prozent gegen die Vorgaben, wie die Zeitung weiter berichtet. Demnach beantragten die zuständigen deutschen Behörden bei der EU Fristverlängerungen für die betroffenen Gewässer, um die Wasserqualität zu verbessern. Gelingt dies nicht, drohen Strafen aus Brüssel.

Nationale Stickstoffstrategie

Dem Bericht zufolge räumt die Bundesregierung in der Antwort ein, dass es für eine Verbesserung der Wasserqualität nicht mit der geplanten neuen Düngeverordnung getan sei. Vielmehr könnten weitere Maßnahmen wie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten notwendig werden. Dies sei "das wesentliche Instrument zur Bekämpfung von Gewässerverunreinigungen", zitiert die Zeitung das Bundesumweltministerium.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Peter Meiwald, forderte in der Zeitung eine nationale Stickstoffstrategie. Er kritisierte, dass "die offensichtliche Hauptursache, agroindustrielle Überdüngung", erst jetzt angegangen werde. Als weitere Gegenmaßnahme forderte er, "den Viehbesitz wieder an die Fläche zu koppeln". In einigen Gegenden Deutschlands würden mehr Tiere gehalten als Fläche zur Ausbringung der Exkremente vorhanden sei.

Meiwald warnte vor hohen Trinkwasserpreisen, wenn das Wasser wegen der hohen Nährstoffwerte erst gereinigt werden müsse. "Gutes Trinkwasser zu vernünftigen Preisen ist ein Grundrecht", sagte er.

Quelle: n-tv.de

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