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Ein Bundeswehr-Aufklärungsflugzeug vom Typ Tornado startet auf dem Fliegerhorst Büchel.
Ein Bundeswehr-Aufklärungsflugzeug vom Typ Tornado startet auf dem Fliegerhorst Büchel.(Foto: dpa)

Aufklärung im IS-Gebiet: Vier Tornados zum Anti-IS-Einsatz gestartet

Für die Bundeswehr ist es eine heikle Mission. Ihre Jets erkunden mit Aufklärungsflügen Gebiete, die unter der Kontrolle des IS sind. Nun starten in Schleswig-Holstein und in der Eifel erneut Tornados zu ihrem Einsatz im Kampf gegen die Terroristen.

Das Ziel des Piloten ist der Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Türkei.
Das Ziel des Piloten ist der Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Türkei.(Foto: dpa)

Vier weitere Aufklärungsjets der Bundeswehr haben sich auf den Weg zum Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien gemacht. Zwei Tornados starteten vom schleswig-holsteinischen Fliegerhorst Jagel, zwei vom Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Ziel ist der Nato-Stützpunkt Incirlik in der Türkei. Ab Freitag können die insgesamt sechs Tornados zu ersten Aufklärungsflügen über Syrien abheben. Sie werden selbst nicht bombardieren, sondern sollen die internationale Militärallianz mit Informationen zum Beispiel über Stellungen des IS versorgen. Die ersten zwei Tornados aus Jagel, die bereits Mitte Dezember in die Türkei gestartet waren, sollen in den kommenden Tagen zurückkehren.

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An Bord der Tornados waren jeweils ein Pilot und ein Waffensystemoffizier. Die Flugzeit beträgt etwa vier Stunden. Auf dem Weg in die Türkei werden die Jets zwei Mal in der Luft betankt. Rund 100 Soldaten der Luftwaffe hatten sich bereits am Montag auf den Weg zum Einsatzort gemacht. Mittlerweile sind knapp 200 deutsche Soldaten in Incirlik im Einsatz. Darunter sind Piloten, Techniker, Bodenpersonal, sowie Fachleute, die das Bildmaterial der geplanten Aufklärungsflüge auswerten sollen. Der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 aus Büchel, Holger Radmann, sagte: "Wir sind sehr gut vorbereitet. Und wir sind angespannt. Denn jeder Einsatz ist etwas Neues."

Deutschland unterstützt mit den Aufklärungsflügen die internationale Militärkoalition gegen den IS. Der Bundestag hatte den Bundeswehreinsatz mit maximal 1200 Soldaten als Konsequenz aus den Terroranschlägen von Paris am 13. November mit 130 Todesopfern beschlossen, zu denen sich der IS bekannt hatte. Das Mandat gilt bis Ende 2016. Teil des Beitrags sind auch ein Tankflugzeug und eine Fregatte, die einen französischen Flugzeugträger sichert. Der Einsatz in Syrien gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr.

Bundeswehr im Irak und Mali

Am Mittwoch will das Kabinett die zugesagte Ausweitung der Missionen im Nordirak und in Mali auf den Weg bringen. Während der Syrien-Einsatz bereits begann, muss der Bundestag diesen Plänen noch zustimmen.

Die Bundeswehr bildet im Nordirak seit einem Jahr gemeinsam mit anderen westlichen Staaten kurdische und andere einheimische Kämpfer aus, die den IS bekämpfen. Derzeit sind in der Mission rund hundert Bundeswehrangehörige eingesetzt. Mit dem neuen Mandat sollen es bis zu 150 Soldaten werden. Zudem sollen die kurdischen Peschmerga in diesem Jahr weitere Waffen aus Deutschland bekommen.

In Mali soll die Bundeswehr unter anderem die französischen Streitkräfte unterstützen, die Anfang 2013 eine Offensive gegen radikale Islamisten und Rebellen im Norden des westafrikanischen Krisenstaats gestartet hatten. In der Folge wurden zur Entlastung Frankreichs zwei internationale Einsätze zur Stabilisierung des Landes aufgestellt, an denen auch die Bundeswehr beteiligt ist. Auch dieser Einsatz soll ausgeweitet werden. Bis zu 650 deutsche Soldaten sollen sich künftig an der UN-Mission Minusma beteiligen. Bisher sind es rund zehn Soldaten.

Quelle: n-tv.de

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