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Politik

Samstag, 30. Mai 2009

Olaf Scholz bleibt optimistisch: Vollbeschäftigung ist möglich

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hält Vollbeschäftigung bis 2015 trotz der Krise für ein realistisches Ziel. Dafür seien allerdings erhebliche Ausbildungsanstrengungen erforderlich.
Arbeitsminister Scholz ist Berufsoptimist

Arbeitsminister Scholz ist Berufsoptimist
(Foto: AP)

"Wir können es erreichen: Die Zahl der jungen Leute geht zurück, die Unternehmen werden dringend Fachkräfte suchen. Deshalb können wir die Arbeitslosigkeit in den kommenden Jahren deutlich reduzieren, wenn wir jeden qualifizieren. Damit das auch wirklich klappt, müssen wir sicherstellen, dass künftig jeder, der Anfang 20 ist, entweder Abitur oder eine berufliche Qualifikation hat", sagte Scholz der "Welt am Sonntag".

BA sieht keine Trendwende

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland war im Mai um 127.000 auf 3.458.000 gesunken - nicht zuletzt dank einer Änderung der Statistik. Insgesamt gibt es 175.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,4 Punkte auf 8,2 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,8 Prozent gelegen.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte: "Die Frühjahrsbelebung hat den Arbeitsmarkt in diesem Jahr verspätet erreicht und bringt einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Unter Berücksichtigung aller weiteren Indikatoren des Arbeitsmarktes darf aber auf keinen Fall von einer Trendwende gesprochen werden."

Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Mai um 1000 auf 3,456 Millionen gestiegen. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 14.000 zu, im Osten um 13.000 ab.

Verzerrte Statistik

Eine zum Jahresbeginn in Kraft getretene Statistik-Änderung hat allerdings die offizielle Arbeitslosenzahl erheblich gedrückt. Das räumte die Bundesagentur ein. Tatsächlich seien im Mai 3,47 Millionen Menschen statt der offiziell genannten 3,458 Millionen arbeitslos gewesen, sagte eine Sprecherin. Der Rückgang würde sich unter der alten Zählweise lediglich auf rund 100.000 belaufen.

Die Bundesregierung hatte sich darauf verständigt, Jobsucher, die von privaten Vermittlern betreut werden, in Zukunft nicht mehr als arbeitslos einzustufen. Dies war von Sozialverbänden heftig als Verzerrung der Statistik kritisiert worden.

dpa

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