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Samstag, 29. Juli 2017

"Tiger"-Flugschreiber gefunden: Von der Leyen fliegt nach Mali und Niger

In Mali finden Experten einen Flugschreiber des Hubschraubers, in dem zwei Bundeswehrsoldaten starben. Verteidigungsministerin von der Leyen reist nun selbst nach Mali und weiter nach Niger. Die Region ist berüchtigt als Drehkreuz für Flüchtlinge nach Europa.

Luftfahrtexperten der Bundeswehr haben einen von zwei Flugschreibern des abgestürzten Kampfhubschraubers in Mali gefunden. Das Gerät sei aber beschädigt, man wisse nicht, ob man es auslesen könne, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zwei Flugschreiber hätten sich im Tiger-Hubschrauber befunden, das zweite Gerät suche man immer noch.

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Ein Team von Experten der Bundeswehr ist seit Donnerstag vor Ort, um die Ursache des tödlichen Unglücks zu erforschen. Die Absturzstelle sei weiterhin gesichert. Die Unglücksursache ist bisher unklar. Allerdings gibt es bislang keinen Hinweis auf einen Abschuss.

Beim Absturz des Hubschraubers des Typs Tiger rund 70 Kilometer nordöstlich von Gao waren am Mittwoch beide Soldaten an Bord getötet worden. In Gao sind knapp 900 deutsche Soldaten als Teil der Blauhelm-Truppe Minusma stationiert, die die Einhaltung des Friedensabkommen zwischen der malischen Regierung und den Rebellen überwacht.

Von der Leyen auf dem Weg nach Gao

Von der Leyen ging am Abend an Bord einer Regierungsmaschine.
Von der Leyen ging am Abend an Bord einer Regierungsmaschine.(Foto: dpa)

Für die Bundeswehr sind es die ersten Todesfälle im Einsatz in Mali. Es sind auch die ersten Todesfälle von Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz seit 2015. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen flog am Abend nach Mali, um sich ein Bild von den Ermittlungen zu machen. Im Camp Castor will sie an einem Feldgottesdienst für die beiden am Mittwoch ums Leben gekommenen Soldaten teilnehmen und mit deren Kameraden sprechen.

Nach dem Besuch in Gao fliegt von der Leyen nach Niger weiter. Die Bundeswehr nutzt das Land als logistisches Drehkreuz für den Einsatz im Norden Malis. In der Hauptstadt Niamey sind Treffen mit dem Präsidenten und dem Verteidigungsminister geplant. Das bettelarme Niger ist mit der Stadt Agadez zugleich eine der wichtigsten Transitrouten für afrikanische Flüchtlinge und Migranten auf dem Weg über Libyen nach Europa.

In Niger beabsichtigt von der Leyen zudem, ihre französische Kollegin Florence Parly zu treffen. Frankreichs Armee ist mit dem Anti-Terror-Einsatz im eigenen Land und den Missionen vor allem in Afrika am Rande ihrer Kräfte. Präsident Emmanuel Macron dringt daher auf ein stärkeres militärisches und finanzielles Engagement Deutschlands in den früheren französischen Kolonien.

Die Sahel-Region wurde in den vergangenen Jahren verstärkt zum Aufmarschgebiet für Dschihadisten, die von Afrika aus auch Europa bedrohen. Gemeinsam wollen die beiden Ministerinnen die Baustelle für ein regionales Hauptquartier der G5-Sahel besuchen, der Gruppe der Sahel-Staaten Tschad, Niger, Mali, Burkina Faso und Mauretanien.

Als letzte Station ihrer Reise besucht von der Leyen die malische Hauptstadt Bamako, wo weitere Bundeswehr-Soldaten stationiert sind. Deutschland hat sein militärisches Engagement in Mali zuletzt stark ausgebaut. Hauptaufgabe der deutschen Soldaten ist es, den Vereinten Nationen mit Hubschraubern, Drohnen und durch Patrouillen Aufklärungsergebnisse aus der Region um Gao zu liefern. Minusma gilt mit über 100 Toten als gefährlichster UN-Einsatz.

Quelle: n-tv.de

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