Samstag, 29. August 2009
Nordkorea beliefert Iran: Waffen-Transport gestoppt
Trotz scharfer UN-Sanktionen hat Nordkorea versucht, Waffen, darunter Granatwerfer, in den Iran zu verschiffen.Die Vereinigten Arabischen Emirate haben offenbar eine verbotene Waffenlieferung von Nordkorea an den Iran verhindert. Die Waffen wurden nach Angaben aus diplomatischen Kreisen in New York vor etwa einem Monat auf einem australischen Schiff beschlagnahmt, das unter einer Flagge der Bahamas auf dem Weg in den Iran war. Nordkorea ist seit einem Atomtest Ende Mai jeglicher Handel mit Waffen untersagt. Der Weltsicherheitsrat in New York hatte nach dem Atomtest verschärfte Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang verhängt.
Die Behörden der Emirate stoppten das Schiff und unterbanden die Weiterfahrt, hatte zuvor auch die "Financial Times" unter Berufung auf Diplomaten berichtet. Die Waffen waren als Maschinenteile für Ölbohrungen deklariert. Die Lieferung enthielt unter anderem Granatwerfer, aber keine Komponenten für nukleare Waffen, ergänzte das "Wall Street Journal".
Der Vorfall ereignete sich vor etwa einem Monat und wurde von den Emiraten per Schreiben vom 14. August an das zuständige Sanktionskomitee des Weltsicherheitsrates gemeldet. Erst am Freitag wurde der Vorgang dann auch über das Komitee hinaus bekannt. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete inzwischen unter Berufung auf Diplomaten in New York, das Komitee werde demnächst zusammentreten, um über den Fall zu beraten.
Verbotener Handel
Die Waffenlieferung verstieß gegen die verschärften Auflagen des UN-Sicherheitsrates. Er hatte Nordkorea mit seiner völkerrechtlich verbindlichen Resolution 1874 vom 12. Juni jeglichen Handel mit Waffen untersagt und alle 192 UN-Mitgliedsländer verpflichtet, keine Waffengeschäfte mit Pjöngjang mehr einzugehen. Aufgrund der Resolution können Schiffe mit verdächtiger nordkoreanischer Fracht unter bestimmten Voraussetzungen auf verbotene Waffenlieferungen überprüft werden.
Der Weltsicherheitsrat will dem Fall weiter nachgehen und die in die Lieferung verwickelten Länder, außer Australien auch Frankreich und Italien, zu eigenen Nachforschungen auffordern, hieß es in New York. US-Militärs hatten im Juni bereits ein möglicherweise mit Waffen beladenes nordkoreanisches Schiff fast zwei Woche lang beschattet und dadurch die Auslieferung der Fracht verhindert.
In der Vergangenheit war der Export von Waffentechnologien eine wichtige Einnahmequelle für Nordkorea, US-Experten zufolge verdiente das Land damit Hunderte von Millionen Dollar. Nordkorea und der Iran stehen im Verdacht, im Bereich der Waffentechnologie bis zu einem gewissen Grad zusammenzuarbeiten. Beide Länder betreiben vom Westen scharf kritisierte Atomprogramme.
sba/dpa/afp
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