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Halten sich bislang zurück: syrische Soldaten in der Nähe von Damaskus
Halten sich bislang zurück: syrische Soldaten in der Nähe von Damaskus(Foto: picture alliance / dpa)

"Keine Kämpfe nach Mitternacht": Waffenruhe in Syrien scheint zu halten

Ab Mitternacht sollten die Waffen in Syrien schweigen - und offensichtlich halten sich die verfeindeten Parteien größtenteils an die Vereinbarung. Sogar in Gebieten, die von der Feuerpause ausgenommen sind, scheint es derzeit ruhig zu sein.

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Die Feuerpause im Bürgerkriegsland Syrien wird offensichtlich weitgehend eingehalten. Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) berichtete der Leiter der in Großbritannien ansässigen Syrischen Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman, dass an den meisten Fronten Ruhe herrsche. Rahman erklärte: "Nach Mitternacht  haben wir keine Beschießung oder Kämpfe in Hama, Homs, Latakia und einigen Gebieten um Aleppo sowie in Daraa registriert." Auch russische Kampfflugzeuge seien nach Mitternacht nicht aktiv gewesen.

Vor Mitternacht hatte es noch heftige Gefechte und Beschießungen in der Region Daraja außerhalb von Damaskus gegeben. Die syrischen Streitkräfte hatten erklärt, Daraja sei von der Feuerpause ausgenommen, weil dort Kämpfer der Al-Nusra-Front, einem Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, operierten. Oppositionsgruppen widersprachen dieser Darstellung.

Massive Luftangriffe vor Inkrafttreten der Waffenruhe

Nach fast fünf Jahren Bürgerkrieg hatten sich Anfang der Woche die USA und Russland auf die Feuerpause geeinigt. Die Regierung, das in der saudischen Hauptstadt Riad ansässige Hohe Verhandlungskomitee (HNC) der Regimegegner und rund 100 Milizen haben der Waffenruhe zugestimmt. Ausgenommen von ihr sind die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Nusra-Front. Die Waffenruhe soll den Weg ebnen für die Wiederaufnahme der Friedensgespräche am 7. März. Bedingung sei allerdings, dass die Waffenruhe weitgehend eingehalten werde. Das höchste UN-Gremium verabschiedete am Abend eine Resolution, die die Waffenruhe in Syrien begrüßt und unterstützt.

Das syrische Regime und sein Verbündeter Russland hatten in den Stunden vor Beginn der Feuerpause ihre Luftangriffe auf die Rebellen massiv verstärkt. Kampfflugzeuge beider Länder flogen am Freitag in mehreren Provinzen des Landes Dutzende Angriffe. Syriens Militär setzte dabei erneut international geächtete Fassbomben ein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Die meisten Angriffe seien gegen Aleppo und Homs gerichtet gewesen, hieß es.

Die Waffenruhe wird nach Erwartungen des russischen Militärs nur in sechs sehr kleinen Gebieten Syriens gelten. Gleichzeitig rechnet Russland weite Gebiete rund um die Stadt Aleppo der Terrororganisation Al-Nusra-Front zu, die weiter bekämpft werden darf. Dort sei mit einem Ende der russischen Luftangriffe nicht zu rechnen, schrieb das kritische Moskauer Internetportal Conflict Intelligence Team. Die Experten bezogen sich auf ein Video des russischen Verteidigungsministeriums vom Mittwoch, in dem die entsprechende Karte eingeblendet wurde.

Quelle: n-tv.de

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