Politik

Neun Palästinenser, ein Israeli totWaffenstillstand nach Beschuss

30.10.2011, 08:29 Uhr
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Das Bild zeigt nach Angaben der israelischen Armee Palästinenser, die eine Grad-Rakete von einem Lastwagen zu einer Abschussstelle tragen. (Foto: dpa)

Die israelische Luftwaffe tötet fünf Palästinenser, die offenbar gerade dabei sind, Raketenangriffe auf Israel vorzubereiten. Die militanten Palästinenser feuern daraufhin noch mehr Raketen auf Israel ab. Am Ende sind neun Palästinenser und ein Israeli tot. Jetzt gilt ein Waffenstillstand.

Bei einem erneuten Gewaltausbruch zwischen Israel und den Palästinensern sind am Samstag zehn Menschen ums Leben gekommen. Ein 56-jähriger Israeli wurde bei einem Angriff mit einer Grad-Rakete russischen Typs in der Stadt Aschkelon tödlich verletzt. Neun Kämpfer der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad wurden durch Luftangriffe der israelischen Armee im Gazastreifen getötet.

In der Nacht zum Sonntag wurden die Raketenangriffe auf Israel fortgesetzt. Eine israelische Armeesprecherin teilte am Morgen mit, seit Mitternacht seien zehn weitere Geschosse auf Israel abgefeuert worden. Zwei davon seien von einem Raketen-Abwehrsystem abgefangen worden. Israels Luftwaffe habe als Reaktion auf die andauernden Angriffe sechs Ziele im Gazastreifen bombardiert.

Fünf Raketen-Zünder getötet

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Eine Frau wird in Aschdod verletzt ins Krankenhaus gebracht. (Foto: AP)

Die Raketenangriffe hatten sich nach einem Angriff der israelischen Luftwaffe auf ein Trainingslager der Al-Kuds-Brigaden, dem bewaffneten Arm der militanten Organisation Islamischer Dschihad, am Samstag deutlich verstärkt. Dabei waren fünf Islamisten getötet worden. Nach israelischen Angaben waren sie dabei, neue Raketenangriffe vorzubereiten. Die Männer waren demnach auch für einen Raketenangriff auf die Stadt Aschdod im Süden Israels am Mittwoch verantwortlich.

Bei der Bombardierung weiterer Ziele im Gazastreifen wurden nach Angaben von Augenzeugen und palästinensischen Beamten vier weitere Kämpfer getötet und mindestens zwei verletzt. Einem Al-Kuds-Sprecher zufolge wurden mindestens zwei der Kämpfer getötet, als sie versuchten, eine Grad-Rakete nach Israel abzufeuern.

Israel erhöht Alarmbereitschaft

Am Samstagabend schlugen mehr als 20 Raketen im Süden Israels ein. Sie trafen die Städte Aschdod, Gan Javneh und Aschkelon, eine weitere schlug in der Nähe der Stadt Beerscheba ein. Nach Polizeiangaben wurden unter anderem ein Gemeinschaftszentrum und ein Wohnblock getroffen. Die meisten Raketen schlugen jedoch offenbar in unbewohnten Gebieten ein.

Israel erhöhte angesichts des Beschusses sein Alarmlevel auf die zweithöchste Stufe. Nach Angaben von Medizinern und Polizei wurden vier Menschen verletzt, ein weiterer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, die "harte Reaktion der Armee wird, wenn nötig, noch härter sein".

Ägypten vermittelt Waffenstillstand

Die palästinensischen Gruppen erklärten am frühen Sonntagmorgen, die Waffen ab 06.00 Uhr Ortszeit (05.00 Uhr MEZ) ruhen lassen zu wollen. Der Waffenstillstand solle wiederhergestellt werden, hieß es aus Kreisen der im Gazastreifen regierenden radikalislamischen Hamas und des Islamischen Dschihads. Einem Palästinenser zufolge, der anonym bleiben wollte, kam die Vereinbarung durch ägyptische Vermittler zustande. Vertreter des ägyptischen Geheimdienstes hätten sich um den Waffenstillstand bemüht.

Quelle: dpa/AFP