Streit bei der LinkenWagenknecht: Nein zu Gauck

Für die stellvertretende Parteichefin der Linken, Wagenknecht, ist die Sache klar: Bundespräsidenten-Kandidat Gauck ist selbst in einem möglichen dritten Durchgang für ihre Partei nicht wählbar. Auch er stünde für eine Politik der sozialen Ungerechtigkeit. Damit wendet sich Wagenknecht gegen prominente linke Stimmen.
Die Vize-Chefin der Linken, Sahra Wagenknecht, hat eine Wahl von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten mit den Stimmen der Linken auch in einem möglichen dritten Wahlgang ausgeschlossen. Bundestagsfraktion und die Vertreter der Landesverbände hätten diese Frage ausführlich diskutiert. "Das Ergebnis war völlig klar. Sowohl Wulff als auch Gauck sind aufgrund ihrer inhaltlichen Positionen für uns nicht wählbar", sagte Wagenknecht n-tv.de. Beide Kandidaten stünden für eine Politik sozialer Ungerechtigkeit und beide Kandidaten unterstützten den Krieg in Afghanistan. Dies würde sich "zwischen dem ersten und dem dritten Wahlgang wohl kaum ändern", so die Parteilinke.
Mit ihrer strikten Ablehnung Gaucks stellte sich die 40-Jährige demonstrativ gegen den langjährigen Vordenker der Linken, André Brie, und Fraktionsvize Dietmar Bartsch. Brie hatte in einem Interview gesagt, eine Wahl Gaucks im dritten Wahlgang mit Hilfe der Linken wäre "ein starkes und richtiges Signal". Nach Ansicht von Bartsch muss die Linke, sollte es zum entscheidenden dritten Wahlgang kommen, "alles tun, damit der Kandidat der Regierung keine Mehrheit bekommt". Wagenknecht sagte, es würden "Einzelmeinungen hochgespielt".
Besuch in der Fraktion nur für die Galerie
Das Gespräch von Gauck mit den Bundestagsabgeordneten der Linken hält Wagenknecht für eine reine Protokollveranstaltung. "Naja, das gehört zu den parlamentarischen Gepflogenheiten", sagte Wagenknecht weiter. Einen Meinungsumschwung oder Überraschungen erwarte sie aber nicht. Bedauerlich sei lediglich, dass die anderen Fraktionen im Bundestag die Kandidatin der Linken, Luc Jochimsen, nicht einmal eingeladen hätten.