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12,7 Millionen Wähler: Wahlbeteiligung hoch wie seit Jahren nicht

Es ist Superwahl-Sonntag in Deutschland: Insgesamt jeder fünfte Wahlberechtigte ist aufgerufen, über die Zusammensetzung von Landtagen abzustimmen. Es ist zugleich der erste große Test für die Politik der Bundesregierung.

Bei den drei Landtagswahlen zeichnet sich eine deutliche Höhere Beteiligung ab als bei den Urnengängen vor fünf Jahren. In Rheinland-Pfalz hätten bis 14.00 Uhr nach einer ersten Stichprobe landesweit mit Briefwahl rund 56 Prozent der Menschen ihre Stimme abgegeben, sagte ein Sprecher des Landeswahlleiters. 2011 habe die Wahlbeteiligung zur gleichen Zeit bei 43 Prozent gelegen. Die Abstimmung gilt als äußerst spannend: In den letzten Umfragen zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen von SPD und CDU ab.

Auch in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt gab es ebenfalls Hinweise auf eine stärkere Beteiligung an den dortigen Landtagswahlen. Wie das Statistische Landesamt in Sachsen-Anhalt mitteilte, lag die Wahlbeteiligung um 16.00 Uhr bei gut 47 Prozent - sieben Punkte mehr als 2011.

Im bevölkerungsstarken Baden-Württemberg gaben nach Angaben der Landeswahlleitung bis 14.00 Uhr rund 35,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab. Das ist ein Zuwachs von fast fünf Prozentpunkten gegenüber den Zahlen von 2011.

Nach Einschätzung von Wahlforschern sind die Zwischenstände bei der Wahlbeteiligung allerdings nur erste Anhaltspunkte und sagen noch nichts genaues über die endgültige Wahlbeteiligung aus. Insgesamt sind in den drei Ländern knapp 13 Millionen Wahlberechtigte zum Stimmabgabe aufgerufen - das ist nahezu jeder fünfte stimmberechtigte Bürger in Deutschland. Die Wahllokale sind bis 18.00 Uhr geöffnet.

In Baden-Württemberg regierte bislang ein grün-rotes Bündnis unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dem ersten grünen Regierungschef in einem Bundesland. Kretschmann hat nach letzten Umfragen gute Chancen, seine Partei noch vor der CDU zur stärksten Kraft im Land zu machen. In Rheinland-Pfalz führte in den vergangenen fünf Jahren die SPD-Politikerin Malu Dreyer ein rot-grünes Regierungsbündnis. Erwartet wird ein  Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und der CDU unter Spitzenkandidatin Julia Klöckner.

In Sachsen-Anhalt regierte bislang die CDU unter Ministerpräsident Reiner Haseloff mit der SPD als Juniorpartner. Ob es für eine Neuauflage des Bündnisses reicht, ist offen und hängt auch davon ab, wie viele Stimmen die rechtspopulistische AfD den etablierten Parteien abnehmen kann. Die AfD kann Umfragen zufolge mit dem Einzug in alle drei Länderparlamente rechnen.

Verfolgen Sie die Ereignisse in den Ländern in unserem Liveticker.

Quelle: n-tv.de

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