Politik

Flugzeug-Attentate in USA: Warnung schon 1999

Schon zwei Jahre vor den Terroranschlägen vom 11. September hat der amerikanische Kongress vor möglichen Attentaten auf US-Regierungsgebäude mit entführten Flugzeugen gewarnt. In dem Bericht an den Nationalen Geheimdienstrat (NIC) hieß es im September 1999, Selbstmordattentäter der Terrororganisation El Kaida könnten ein mit Sprengstoff beladenes Flugzeug auf das Pentagon oder das Weiße Haus stürzen lassen.

US-Regierungssprecher Ari Fleischer erklärte, das Dokument enthalte keine konkreten Warnungen, sondern Einschätzungen über die Handlungsweise von Terroristen.

Der damalige Präsident Bill Clinton sagte, der Bericht habe nur Spekulationen enthalten. Er erinnerte daran, dass er während seiner Amtszeit Angriffe auf Trainingscamps der El Kaida und die Festnahme des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden angeordnet habe.

Das Weiße Haus hatte am Mittwoch eingeräumt, dass US-Präsident George W. Bush bereits einige Wochen vor dem 11. September vor möglichen Flugzeugentführungen gewarnt wurde. Flughäfen und Fluggesellschaften seien informiert worden, sagte Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice. Es habe aber keine Hinweise auf bestimmte Ziele oder einen Zeitpunkt gegeben.

Bush wusste von nichts

Am Freitag hatte US-Präsident George W. Bush Spekulationen zurückgewiesen, er habe vor dem 11. September Terrorwarnungen ignoriert. "Wenn ich gewusst hätte, dass der Feind an diesem schicksalhaften Morgen Flugzeuge zum Töten einsetzen würde, hätte ich alles in meiner Macht Stehende getan, um das amerikanische Volk zu schützen", sagte Bush.

Beamte des Präsidialamtes bestätigten unterdessen, dass wenige Tage vor dem 11. September ein Aktionsplan zur Zerschlagung des Terrornetzwerks El Kaida auf Bushs Genehmigung gewartet habe. Das Memo mit dem Datum vom 10. September habe auf dem Schreibtisch der Nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice gelegen, um von Bush überprüft zu werden, sagte ein ranghoher Regierungsbeamter, der namentlich nicht erwähnt werden wollte. Erste allgemeine Berichte über diesen Aktionsplan waren bereits Ende letzten Jahres an die Öffentlichkeit gelangt.

Das Eingeständnis des Weißen Hauses hat eine heftige Debatte in den USA ausgelöst. Die Vertreter der Demokraten im Kongress verlangen Aufklärung darüber, ob die Anschläge bei korrekter Auswertung und Weiterleitung der eingegangenen Informationen hätten verhindert werden können.

Warnungen oder nicht?

Nach jüngsten Angaben von Gewerkschaften und Flughafenbetreibern wurden trotz Geheimdiensthinweisen auf mögliche Flugzeugentführungen die Sicherheitsmaßnahmen vor dem 11. September nicht gezielt verstärkt. Die Luftfahrtbehörden erklärten, sie hätten die Fluggesellschaften gewarnt, die Informationen seien jedoch zu vage gewesen, um Verschärfungen durchzusetzen.

Die Fluggesellschaft American Airlines erklärte, sie habe vor dem 11. September "keine spezifischen Informationen" über mögliche Entführungen erhalten. Es habe zwar regelmäßige Sicherheitshinweise der Luftfahrtbehörden gegeben, diese seien jedoch sehr allgemein gehalten gewesen. United Airlines bestätigte diese Angaben.

Die Betreiber des Logan-Flughafens in Boston, wo zwei der entführten Maschinen starteten, erklärten, sie hätten keine Geheimdienstinformationen bekommen, die auf ein erhöhtes Risiko für den Airport hingewiesen hätten. Die Gewerkschaften der Piloten und Flugbegleiter beklagten, dass ihre Mitglieder nicht über Hinweise auf mögliche Entführungen informiert worden seien.

Quelle: n-tv.de

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