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"Es hilft, wenn man Zahlen grob überschlagen kann" - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.
"Es hilft, wenn man Zahlen grob überschlagen kann" - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.(Foto: imago/Jens Jeske)
Sonntag, 22. Oktober 2017

Grundrechenarten von Vorteil: Was Schäubles Nachfolger können soll

Acht Jahre lang war Wolfgang Schäuble Hüter über die Finanzen Deutschlands. Nun wechselt er ins zweithöchste Amt des Staates und denkt öffentlich darüber nach, was man als Finanzminister eigentlich alles können muss.

Nach Ansicht des scheidenden Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble muss das Finanzministerium nicht zwingend mit einem Haushaltsexperten besetzt werden. "Er muss politisch führen können", sagte Schäuble der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" über die Anforderungen an den Ressortchef. "Der größte Fachmann muss er nicht sein. Darin liegt sogar eine Gefahr, weil er dann auf seine Berater nicht mehr hört."

Natürlich gehe es darum, die Dinge zu verstehen, sagte Schäuble weiter. "Aber Sie müssen es auch kommunizieren können. Sonst erfüllt ein Politiker seine Aufgabe nicht." Als weitere Voraussetzungen nannte Schäuble kritische Distanz zu Interessenvertretern und die Beherrschung der Grundrechenarten. "Es hilft, wenn man Zahlen grob überschlagen kann: Geht das überhaupt auf, was da jetzt vorgeschlagen wird?"

"Leitender und leidender Beamter"

Schäuble will am Dienstag nach acht Jahren als Finanzminister ins Amt des Bundestagspräsidenten wechseln. Anerkennend äußerte sich der CDU-Politiker über FDP-Chef Christian Lindner, der als möglicher Anwärter auf seine Nachfolge gilt. Er habe "großen Respekt vor Lindners Leistung in den vier schwierigen Jahren, die seine FDP hinter sich hat".

Als "Zerrbild" wies Schäuble jedoch Lindners Vorwurf zurück, ein CDU-Finanzminister sei lediglich ein "leitender und leidender Beamter" am Gängelband der Kanzlerin. Gerade weil er nicht bequem sei, habe sich Bundeskanzlerin Angela Merkel 2009 für ihn entschieden, sagte Schäuble. "Es sollte nicht der Eindruck entstehen, sie wolle über das Finanzministerium selbst verfügen."

Lindner hatte sich vergangene Woche dafür ausgesprochen, dass das Finanzressort in einer neuen Regierung nicht wieder an die CDU gehen soll. "Mir ist eine andere Finanzpolitik wichtiger als die Frage, welche Person im Ministerium sitzt."

Quelle: n-tv.de

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