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"Ein großartiger Kämpfer für die liberale Sache und ein engagierter Parlamentarier": Guido Westerwelle (1961 - 2016)
"Ein großartiger Kämpfer für die liberale Sache und ein engagierter Parlamentarier": Guido Westerwelle (1961 - 2016)(Foto: picture alliance / dpa)

Ex-Außenminister gestorben: Weggefährten trauern um Westerwelle

Der Tod von Guido Westerwelle bewegt Deutschland. Viele seiner ehemaligen Kollegen zeigen sich bestürzt und zollen dem früheren FDP-Chef ihren Respekt. Ein erster Überblick.

Deutschland trauert um Guido Westerwelle. Der ehemalige Außenminister und FDP-Vorsitzende ist im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung gestorben. Die Nachricht löste bei vielen seiner ehemaligen Weggefährten tiefe Trauer aus. FPD-Chef Christian Linder twitterte: "Mir fehlen die Worte. Guido hat so gekämpft."

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich am Rande des EU-Türkei-Gipfels in Brüssel tief erschüttert. Sie wisse, welch Auf und Ab Westerwelle und sein Mann durchleben mussten. Sie würdigte ihn als erfolgreichen Politiker, der in seinem Amt als Außenminister "mit Herz und Leidenschaft für Frieden und Menschenrechte gekämpft hat". Westerwelle war "empfindsamer und nachdenklicher Mann" und ein verlässlicher und treuer Mensch. Dass er nicht mehr unter uns ist, sei schwer zu akzeptieren. "Für mich persönlich ist das ein richtig trauriger Tag", sagte sie.

"Ich bin sehr bestürzt über die Nachricht vom Tod meines langjährigen Kollegen", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel. "Mit Guido Westerwelle ist ein aufrechter Demokrat viel zu früh von uns gegangen. In den vielen Ämtern seiner Karriere hat er für seine Positionen immer engagiert und leidenschaftlich gekämpft und gestritten. Im Namen der Sozialdemokratischen Partei spreche ich seinem Lebenspartner, seinen Freunden und Angehörigen und der gesamten FDP mein Beileid aus." Mit Westerwelle verliere Deutschland "einen Menschen, der sein ganzes Leben der Politik und dem Einsatz für das Gemeinwohl gewidmet hat".

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier - Vorgänger und Nachfolger Westerwelles in diesem Amt - sagte, mit Westerwelle habe Deutschland einem Mann verloren, der unser Land eine ganze Generation lang geprägt habe. Er sei jemand gewesen, "der sich nie wegduckt und auch in schwierigen Zeiten seine Überzeugungen aufrecht vertreten hat". Zugleich betonte er, dass man sich bei allen politischen Unterschieden stets auf aufeinander verlassen konnte. "Ein einmal gegebenes Wort, eine Zusage galt, auch wenn dann in der politischen Auseinandersetzung die Fetzen folgen. Ich habe Guido Westerwelle deshalb sehr geschätzt. Er hatte Haltung und ist seinen Grundwerten stets treu geblieben."

Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher hat sich "tief erschüttert" über den Tod Westerwelles geäußert. "Er war eine große politische Begabung und ein herzensguter Mensch. Mit ihm wird unvergessen bleiben das Wahlergebnis der FDP aus dem Jahr 2009", hieß es in einer Erklärung. "Ich habe seinen Weg von Anfang an beobachten und begleiten dürfen."

Westerwelle sei viel zu jung aus dem Leben gerissen worden, sagte Grünen-Chefin Simone Peter. Ihr Amtskollege Cem Özdemir ergänzte: "Wir trauern mit seinem Mann und seiner Familie." Bundesjustizminister Heiko Maas nannte Westerwelle einen "großen Liberalen", den Deutschland nun verloren habe.

Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte, er sei vom Tod seines Freundes tief betroffen. Westerwelle sei ein "großartiger Kämpfer für die liberale Sache und ein engagierter Parlamentarier" gewesen. Auch CDU-Vize Armin Laschet hat einen alten Freund verloren. Laschet schrieb, "wenn ein gleichaltriger Freund aus Studienzeiten früh verstirbt, denkt man an das wirklich Wichtige im Leben. Guido Westerwelle – ein toller Mensch".

Es tue ihr von Herzen leid, erklärte die Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley. Auch der Stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel würdigte Westerwelle: "Bei allen Meinungsunterschieden war er eine Persönlichkeit. Ein trauriger Tag!".

"Guido Westerwelle ist viel zu früh gestorben", schreibt Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Er kannte Westerwelle seit den 90er Jahren. Seitdem hätten sie ein "persönlich gutes, ein kollegiales Verhältnis" und bis zuletzt Kontakt gehabt. Bartsch würdigte Westerwelles politische Leistung: "Ich habe seinen Ehrgeiz, die FDP zu einer 18-Prozent-Partei zu machen, bewundert und zugleich für überzogen gehalten. Umso mehr war ich beeindruckt, dass er dieses Ziel immerhin fast erreichte. Allerdings war der Preis hoch, wie die folgende Krise seiner Partei zeigte."

Quelle: n-tv.de

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