Politik
In Mexiko-Stadt verbrennen Demonstranten eine Trump-Puppe.
In Mexiko-Stadt verbrennen Demonstranten eine Trump-Puppe.(Foto: REUTERS)
Freitag, 20. Januar 2017

Berlin, Mexiko-Stadt, Hongkong: Weltweit protestieren Trump-Gegner

Der Amtsantritt von Donald Trump schlägt auch außerhalb der USA hohe Wellen. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin versammelt sich eine Menschenmenge, um gegen Populismus und "Trumpismus" zu demonstrieren. In Mexiko-Stadt gehen Symbole in Flammen auf.

Am Tag der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump kommt es in verschiedenen Metropolen rund um den Erdball zu Protestkundgebungen gegen den 70-jährigen früheren Immobilienunternehmer. Am Brandenburger Tor in Berlin versammelten sich rund 850 Menschen, um unter dem Motto "No to Global Trumpism!" gegen Trump und andere Rechtspopulisten zu protestieren.

"Leistet Widerstand gegen Trump": In Brüssel wenden sich Demonstranten gegen Sexismus à la Trump.
"Leistet Widerstand gegen Trump": In Brüssel wenden sich Demonstranten gegen Sexismus à la Trump.(Foto: imago/Belga)

Ein Demonstrationszug mit etwa 650 Menschen lief gegen 17.30 Uhr von der AfD-Zentrale aus in Richtung Pariser Platz, wie die Polizei mitteilte. Dort fand am Abend eine Kundgebung statt, zu der weitere 200 Menschen kamen, darunter auch zahlreiche US-Bürger, die in der deutschen Hauptstadt leben.

Demonstranten hielten Plakate hoch mit dem Spruch: "Berliner halten nichts von Menschen, die Mauern bauen, Mr. Trump". Die Protestkundgebung richtete sich ausdrücklich nicht nur gegen Trump, sondern auch gegen Marine Le Pen, Vorsitzende der französischen rechtspopulistischen Partei "Front National", sowie gegen die AfD.

Proteste in Brüssel und Mexiko-Stadt

In der belgischen Hauptstadt Brüssel demonstrierten mehr als tausend Menschen gegen die Politik des neuen US-Präsidenten. Trump-Gegner zündeten Kerzen an und sangen "Imagine" von John Lennon, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Die Organisatoren der Gruppe "Lights4Rights" zeigten sich solidarisch mit einem Frauenmarsch, der für den Samstag in Washington geplant ist. Man fühle sich unter anderem radikalen Umweltschützern, Antirassisten und Gewerkschaftern verbunden, erklärte ein Redner. Eine Organisatorin wirft Trump Sexismus vor.

"Yankees - haut ab aus Lateinamerika"

Keine Freude über den neuen Präsidenten am Brandenburger Tor.
Keine Freude über den neuen Präsidenten am Brandenburger Tor.(Foto: AP)

In Mexiko-Stadt protestierten Hunderte Menschen gegen Trump. "Donald Trump - Hass-Säer" und "Mexiko ist mehr als Trump" war auf den Transparenten zu lesen. "Wir weisen den rassistischen Diskurs des Herrn Trump zurück", sagte ein Redner am Freitag. Die Demonstranten zogen von der US-Botschaft zum zentralen Platz Zócalo. "Hau ab - Trump. Yankees - haut ab aus Lateinamerika", hatten Demonstranten auf ein Transparent gemalt. Der Protestzug blieb friedlich.

Am Rande steckten Demonstranten eine US-Flagge mit Hakenkreuzen statt Sternen und eine Trump-Puppen in Brand. Trump hatte Mexikaner im Wahlkampf als Vergewaltiger und Drogenhändler verunglimpft. Er kündigte zudem an, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu errichten, um die illegale Einwanderung zu stoppen. Außerdem will er Millionen Migranten ohne Papiere abschieben. In den USA leben rund elf Millionen Mexikaner, rund die Hälfte von ihnen ohne Aufenthaltsberechtigung. Ihre Überweisungen sind ein wichtiger Devisenbringer für Mexiko.

Demonstrationen in Manila und Hongkong

Vor der US-Botschaft in der philippinischen Hauptstadt Manila hatten sich bereits vor der Amtseinführung in Washington, D.C. hunderte linksgerichtete Demonstranten zu einer Protestkundgebung versammelt. Rund 300 Teilnehmer forderten auf Spruchbändern, Trump müsse von den Millionen philippinischer Einwanderer "die Finger lassen". Die Generalsekretärin der Frauenrechts-Gruppe Gabriela, Joms Salvador, nannte es "alarmierend", dass ein "Sex-Räuber, Rassist und Ausländerfeind" an die Spitze des "stärksten kapitalistischen Staates" gelange.

In Hongkong kettete sich ein knapp 40-jähriger Mann, der "Snufkin" als seinen Namen nannte, an das Gitter vor dem US-Konsulat. Trump stehe für "alles Schlechte auf der Welt", sagte der Mann, bevor die Polizei die Ketten um seinen Hals und seinen Oberkörper entfernte und ihn festnahm. Er wolle "auf der richtigen Seite der Geschichte" stehen.

Quelle: n-tv.de

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