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Nadja Sawtschenko hält das Verfahren für einen Schauprozess.
Nadja Sawtschenko hält das Verfahren für einen Schauprozess.(Foto: dpa)

Kampfpilotin trinkt, aber isst nicht: Westen erhöht Druck auf Russland

"Eine Frage menschlichen Mitgefühls" nennt die Außenbeauftragte der EU den Fall der in Russland inhaftierten ukrainischen Kampfpilotin. Die Forderungen nach einer Freilassung werden immer lauter, der Gesundheitszustand der 34-Jährigen immer schlechter.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat sich internationalen Forderungen nach einer Freilassung der hungerstreikenden ukrainischen Kampfpilotin Nadja Sawtschenko aus russischer Haft angeschlossen. "Ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide, und wir alle befürchten schreckliche Folgen", hieß es in einer Mitteilung Mogherinis, die die EU-Vertretung in Moskau verbreitete. "Dies ist nicht mehr nur ein juristischer oder politischer Fall, es ist eine Frage des menschlichen Mitgefühls."

Sawtschenkos Anwalt Nikolai Polosow sagte, dass die im Juni 2014 von prorussischen Rebellen gefangengenommene Pilotin auf Bitte des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zumindest wieder angefangen habe, Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ihren Hungerstreik setze sie aber fort und verweigere feste Nahrung. Er veröffentlichte außerdem eine Erklärung der 34-Jährigen, in der sie beteuert, ihren Hungerstreik bis zur Verkündung des Urteils gegen sie fortsetzen zu wollen.

25 Jahre Gefängnis drohen

Auch die Bundesregierung und US-Regierungsvertreter haben Sawtschenkos Freilassung gefordert. Die Kampfpilotin muss sich vor einem russischen Gericht wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Ermordung zweier russischer Journalisten in der Ostukraine verantworten. Am Mittwoch erklärte sie nach Angaben eines ihrer Anwälte, sie erkenne weder ihre Schuld an noch werde sie ein Urteil eines russischen Gerichts akzeptieren.

Aus Sicht der 34-Jährigen handelt es sich um einen Schauprozess. Vor einer Woche trat sie aus Protest in den Hungerstreik. Ihr Anwalt hat gewarnt, dass Sawtschenko sterben könne. Das Urteil soll am 21. oder 22. März bekanntgegeben werden. Sawtschenko, die in ihrer Heimat als Heldin verehrt wird, drohen 25 Jahre Gefängnis.

Quelle: n-tv.de

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