Freitag, 04. Dezember 2009
40 Tote in Rawalpindi: Wieder Anschlag auf Moschee
Bei einem verheerenden Terrorangriff auf eine Moschee der pakistanischen Streitkräfte in der Garnisonsstadt Rawalpindi kommen mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Generäle.Wie der Polizeichef der Stadt, Aslam Tareen, mitteilte, wurden über 80 weitere Menschen mit Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Nach Angaben eines Armeesprechers stürmten mindestens zwei Bewaffnete die Moschee nahe des Armee-Hauptquartiers. Im Inneren hätten die Attentäter Sprengsätze gezündet und auf die Betenden gefeuert, bis sie von Sicherheitskräften erschossen worden seien.
Zwei Generäle unter den Toten
Nach Angaben des Senders Dawn sind unter den Toten zwei amtierende Zwei-Sterne-Generäle. Der ehemalige Vizechef des Militärs, Mohammad Yousuf, sei verletzt worden. Ein Armeesprecher bestätigte, dass "einige ranghohe Offiziere" unter den Opfern seien. Einzelheiten nannte er nicht. Pakistanische Medien berichteten, in der Moschee seien zahlreiche Soldaten und Offiziere zum Freitagsgebet gewesen.
Innenminister Rehman Malik machte die radikal-islamischen Taliban für den Angriff verantwortlich. Bislang bekannte sich jedoch niemand zu der Tat. Seitdem das pakistanische Militär verstärkt gegen die Taliban in deren Hochburgen an der Grenze zu Afghanistan vorgeht, verüben Extremisten immer wieder Anschläge gegen Einrichtungen der Sicherheitskräfte sowie zivile Ziele.
In Rawalpindi, das direkt neben der Hauptstadt im Norden des Landes
liegt, griff Anfang Oktober ein Taliban-Kommando das Hauptquartier der Streitkräfte an und tötete 23 Menschen. Dutzende wurden als Geiseln festhalten. Spezialeinheiten benötigten mehr als 20 Stunden, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Wenige Wochen später starben bei einem Selbstmordanschlag auf einem Basar in der Stadt Peshawar mindestens 105 Zivilisten. Der Anschlag gilt als der blutigste in Pakistan seit zwei Jahren.
Kopfgeld auf Taliban-Führer
Die pakistanische Regierung hatte jüngst per Zeitungsanzeige hohe Belohnungen für die Fahndung nach Führern der Taliban-Bewegung (TTP) ausgelobt. Für Hinweise, die zur Festnahme oder zum Tod von TTP-Chef Hakimullah Mehsud und zwei weiteren hochrangigen Kadern führten, würden jeweils 600.000 Dollar (408.000 Euro) bezahlt, hieß es. Auf 16 weitere Anführer der Aufständischen wurden Kopfgelder zwischen 119.500 Dollar und 239.000 Dollar ausgelobt. "Helfen Sie der Regierung, sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen", stand in den Anzeigen. In Anlehnung an den Koran trugen sie die Überschrift: "Und verbreite kein Chaos im Land."
dpa
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