Politik
Julian Assange bereitet die Veröffentlichung des Restes vor.
Julian Assange bereitet die Veröffentlichung des Restes vor.(Foto: AP)
Freitag, 13. August 2010

15.000 Dokumente noch in petto: WikiLeaks macht weiter

Das US-Verteidigungsministerium warnt WikiLeaks vor der Veröffentlichung weiterer Dokumente über den Afghanistan-Krieg. Die Internetplattform wird aufgefordert, "alle gestohlenen Dokumente" zu löschen. Die Publizierung weiterer Geheimpapiere wäre eine "Verantwortungslosigkeit".

Ungeachtet des Drucks aus dem US-Verteidigungsministerium will die umstrittene Enthüllungsplattform Wikileaks weitere geheime Militärberichte zu Afghanistan veröffentlichen. Dies kündigte Website-Gründer Julian Assange in einer Videoschaltung zu einer Diskussionsveranstaltung in London an. Es gehe um etwa 15.000 Dokumente, die Wikileaks bisher zurückgehalten habe. Man sei etwa durch die Hälfte dieser Papiere durch, sagte er. Einen Zeitpunkt für die Publizierung nannte Assange nicht.

Das US-Verteidigungsministerium kritisierte das Vorgehen der Internetplattform scharf, weil durch die Veröffentlichung vor allem afghanische Informanten, aber auch die US-Soldaten vor Ort in Gefahr gebracht worden seien. Pentagonsprecher Geoff Morell sprach nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN von einem "Fehler", der bereits zu viele Menschenleben in Gefahr gebracht habe. Das einzig verantwortliche Vorgehen für WikiLeaks sei es, "alle gestohlenen Dokumente von ihrer Webseite zu entfernen und alles geheime Material aus ihren Computern zu löschen". Die Publizierung weiterer Geheimpapiere wäre eine "Verantwortungslosigkeit".

WikiLeaks hatte Ende Juli mehr als 76.000 Seiten geheimer Kriegsaufzeichnungen aus Afghanistan veröffentlicht. In den Dokumenten wird unter anderem dem pakistanischen Geheimdienst vorgeworfen, mit den Taliban zusammenzuarbeiten.

Das Pentagon leitete Ermittlungen ein, um herauszufinden, wer der Enthüllungsplattform die Dokumente zugespielt hat. Das FBI fahndet seinerseits mit Hochdruck nach dem Informanten von Wikileaks.

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Quelle: n-tv.de

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