Politik
Gefangene im Lager Guantánamo.
Gefangene im Lager Guantánamo.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 25. Oktober 2012

Handbuch für Guantánamo: Wikileaks zeigt Militärdokumente

Kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichten die USA auf dem Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba ein Gefangenenlager für die "Feinde der USA". Wikileaks veröffentlicht jetzt ein Handbuch, wie mit den Häftlingen in Guantánamo und im Irak umzugehen sei. Es war unter US-Präsident Bush herausgegeben worden.

Überwachungsturm am Camp Delta des Lagers Guantánamo.
Überwachungsturm am Camp Delta des Lagers Guantánamo.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat mit der Veröffentlichung von mehr als hundert neuen US-Militärdokumenten begonnen. Darunter befänden sich auch Anweisungen zum Umgang mit Häftlingen in den umstrittenen Militärgefängnissen im Irak und im auf Kuba, teilte Wikileaks-Gründer Julian Assange mit. Insbesondere verfüge Wikileaks über ein Handbuch, das im Jahr 2002 kurz nach der Gründung des Lagers Guantánamo unter US-Präsident George W. Bush herausgebracht worden war.

"Dieses Dokument ist von großer historischer Bedeutung, Guantánamo Bay ist zu Recht zu einem Symbol für die systematische Verletzung der Menschenrechte im Westen geworden", erklärte Assange. Es werde dokumentiert, wie nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ein rechtsfreier Raum geschaffen worden sei, in dem das US-Verteidigungsministerium Verdächtige habe inhaftieren können, ohne darüber Rechenschaft ablegen zu müssen.

"Es zeigt die Exzesse der frühen Tage des Kriegs gegen einen unbekannten 'Feind' und wie diese Maßnahmen reiften und sich entwickelten, um in den permanenten Ausnahmezustand zu münden, in dem sich die USA heute ein Jahrzehnt später befinden", erklärte Assange. Seine Organisation hatte mit der Veröffentlichung geheimer Dokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie zehntausender Diplomatendepeschen den Zorn der USA auf sich gezogen.

Sorge um Assanges Gesundheitszustand

Seit einiger Zeit macht aber vor allem Assange selbst von sich reden. Mitte Juni war der Australier in Ecuadors Botschaft in London geflohen, nachdem er alle Rechtsmittel gegen seine Auslieferung an Schweden ausgeschöpft hatte, wo er wegen mutmaßlicher Sexualdelikte befragt werden soll. Der 41-Jährige befürchtet nach eigenen Angaben, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm der Prozess wegen Geheimnisverrats gemacht werden könnte.

Derweil zeigt sich Ecuador besorgt über den Gesundheitszustand Assanges und bittet Großbritannien um ein Treffen dazu. Da die britische Regierung dem Australier keine freie Bewegung erlaube, "verschlechtert sich Julian Assanges Gesundheit immer mehr", sagte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño im ecuadorianischen Radio. So habe er unter anderem Sehprobleme. Patiños Stellvertreter Marco Albuja hatte zudem bei einem Besuch in Moskau gesagt, Assange habe "sichtbar abgenommen".

Quelle: n-tv.de

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