Politik
Mike Mohring (r.) und Ahmad Mansour (l.) mit "Das Duell"-Gastgeber Heiner Bremer.
Mike Mohring (r.) und Ahmad Mansour (l.) mit "Das Duell"-Gastgeber Heiner Bremer.(Foto: "Das Duell" / n-tv)

Terrorabwehr-Debatte bei "Das Duell": "Wir müssen wieder die Kontrolle erlangen"

Von Timo Kather

Will man islamistischem Terror vorbeugen, muss man wissen wer ins Land kommt - davon ist Thüringens CDU-Landeschef Mike Mohring überzeugt. Für Ahmad Mansour dagegen geht die Gefahr von radikalisierten Jugendlichen aus Deutschland aus.

Für Mike Mohring ist die lückenlose Registrierung und Identifizierung von Flüchtlingen die wichtigste Voraussetzung zur Vermeidung islamistischer Anschläge in Deutschland. "Das Gefühl, dass die Sicherheit gewährleistet werden muss, das steigt bei den Bürgern und das steigt auch bei den Behörden, die dafür zuständig sind. Und deswegen ist das Allerwichtigste, das wir die Kontrolle wieder darüber erlangen, wer eigentlich nach Europa kommt und wer nach Deutschland kommt", sagte der thüringische CDU-Landeschef in "Das Duell bei n-tv" zum Thema "Im Visier der Islamisten: Wie sicher ist Deutschland?" Ohne zu wissen, wer sich wo aufhalte, könne man Gefährdungen nicht begegnen, so Mohring.

Islamismus "kein Flüchtlingsthema"

Video

In der letzten Woche waren bei Terrorrazzien in Deutschland mehrere mutmaßliche IS-Anhänger festgenommen worden. Der Hauptverdächtige war über die Balkanroute nach Deutschland gekommen und hatte sich als syrischer Flüchtling ausgegeben. Mohrings Gesprächspartner Ahmad Mansour wies darauf hin, dass der islamistische Terror "kein Flüchtlingsthema" sei. "Wir reden hier von deutschen Zuständen. Die meisten Islamisten sind nicht Flüchtlinge, sondern Deutsche. Die gehören zu dieser Gesellschaft, und wir haben sie verloren", sagte der Psychologe und Autor, der letztes Jahr ein Buch über die sogenannte "Generation Allah" veröffentlicht hat.

Mansour kritisierte in diesem Zusammenhang die Entscheidung der Bundesregierung, den Familiennachzug für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz einzuschränken. Schon jetzt würden Salafisten gezielt an Jugendliche herantreten, die allein nach Deutschland gekommen sind. "Wenn wir nicht erlauben, dass ihre Eltern dazukommen, wenn diese Menschen alleine bleiben, dann ist die Gefahr groß, dass sie sich radikalisieren", warnte Mansour, der bei der Beratungsstelle "Hayat" mit islamistischen Jugendlichen arbeitet.

Mike Mohring verteidigte hingegen die Entscheidung des Kabinetts. "Es gibt natürlich auch Fälle, wo bewusst Minderjährige vorgeschickt werden, weil sie wissen, dass das deutsche Asylrecht dann den Familiennachzug garantiert", gab Mohring zu bedenken. "Und für diese Fälle muss man eben auch Regelungen treffen – sonst hat man über die Hintertür einen Zustrom von Flüchtlingen, der unsere Gesellschaft einfach überfordern würde."

"Salafisten sind die besseren Sozialarbeiter"

Mansour forderte eine gesellschaftliche Kraftanstrengung, um dem Islamismus vorzubeugen. "Die Salafisten heute in Deutschland sind die besseren Sozialarbeiter. Sie sind da, wo die Jugendlichen sich bewegen, sie machen ihnen Angebote in Schwarz-Weiß - das sind keine guten Angebote, aber diese Angebote kommen an." Mansour forderte einen täglichen Werteunterricht in den Schulen. "Wir müssen diese Werte vermitteln. Das ist viel wichtiger als Mathe oder Englisch." Es reiche nicht aus, das Grundgesetz auf Arabisch übersetzen zu lassen, sagte Mansour.

Mohring brachte einen staatlich organisierten Islamunterricht an den Schulen ins Spiel, um radikalen Muslimen nicht die Deutungshoheit zu überlassen. "Wenn man nicht den Predigern und den Hasspredigern überlassen will, wie diese Religion auszulegen ist, und die Leute sozusagen zur Radikalisierung bringt, dann ist mit Sicherheit ein begleiteter Islamunterricht an deutschen Schulen im Rahmen des Religionsunterrichts ein Teil, wie man auch der Radikalisierung begegnen kann", sagte Mohring.

"Das Duell bei n-tv" wird um 23.10 Uhr wiederholt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen