Samstag, 17. Juli 2010
Skandal um L'Oréal-Erbin: Woerth erneut belastet
Die L'Oréal-Affäre bringt Präsident Sarkozy zunehmend unter Druck. Wie sehr half die Milliardärin seiner konservativen Partei? Der Frau des französischen Arbeitsministers Woerth jedenfalls half sie wohl auf die Karriereleiter.
Arbeitsminister Eric Woerth
(Foto: dpa)
In der Affäre um die L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt hat ihr Vermögensverwalter einem Medienbericht zufolge den heutigen französischen Arbeitsminister Eric Woerth belastet. Demnach gab Patrice de Maistre bei den Befragungen in Polizeigewahrsam an, Woerth habe ihn gebeten, seine Frau Florence zu empfangen und sie zu "ihrer Karriere zu beraten". Er habe Woerth deswegen im Jahr 2007 "zwei oder drei Mal" getroffen.
Woerths Ehefrau arbeitete von November 2007 an für Clymène, die Vermögensverwaltung von Bettencourt. Auf bekannt gewordenen heimlichen Tonaufnahmen aus der Bettencourt-Villa sagt de Maistre zu Bettencourt, Florence Woerth auf Bitten des Ministers eingestellt zu haben. Woerth, der damals als Haushaltsminister auch für die Verfolgung von Steuerhinterziehung zuständig war, bestritt dagegen im Juni, sich für eine Anstellung seiner Frau bei Clymène eingesetzt zu haben.
Milliardärin Liliane Bettencourt
(Foto: dpa)
Die 87-Jährige Bettencourt soll nicht nur Steuern in Millionenhöhe hinterzogen, sondern auch die Regierungspartei UMP und Präsident Nicolas Sarkozy im Wahlkampf 2007 mit illegalen Spenden bedacht haben. Am Donnerstag waren de Maistre und drei weitere Vertraute der Milliardärin in Polizeigewahrsam genommen und verhört worden, sie kamen nach 36 Stunden wieder auf freien Fuß. De Maistre wird vorgeworfen, die Steuerhinterziehung der reichsten Frau Frankreichs organisiert und die Spenden an die UMP übergeben zu haben.
Präsident Nicolas Sarkozy
(Foto: dpa)
De Maistres Anwalt, Pascal Wilhelm, betonte, sein Mandant habe keinen Steuerbetrug organisiert. De Maistre sei erst "sehr spät" zum Kreis der Vertrauten Bettencourts gestoßen, sagte Wilhelm. Erst dann habe er von den Konten Bettencourts erfahren, die seit Jahren von "Profis im Ausland" verwaltet würden.
AFP
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