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Terror-Sympathisant ja - aber auch Terrorist in spe? Zeichnung von Tairod Pugh im Gerichtssaal.
Terror-Sympathisant ja - aber auch Terrorist in spe? Zeichnung von Tairod Pugh im Gerichtssaal.(Foto: AP AP)

Prozess gegen Ex-Airforce-Piloten: Wollte US-Veteran für IS sterben?

In New York steht ein ehemaliger US-Soldat vor Gericht. Die Vorwürfe wiegen schwer. Der konvertierte Muslim soll geplant haben, sich dem IS in Syrien anzuschließen und den Märtyrertod zu sterben.

Ausgerechnet ein Veteran der US-Airforce soll geplant haben, für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) den Märtyrertod zu sterben. Tairod Pugh steht in den USA wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor Gericht, wie die "New York Times" berichtet. Der 48-jährige schwieg bislang zu den Vorwürfen, seine Anwälte stellen ihn als Piloten auf Jobsuche und jemanden dar, der den Kopf freikriegen wollte.

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Im Kern geht es um eine Reise nach Istanbul, die der konvertierte Muslim Anfang Januar des vergangenen Jahres unternahm. Die Ermittler des FBI glauben laut der "New York Times", dass die türkische Metropole nur ein Zwischenschritt auf dem Weg nach Syrien sein sollte. So weit kam Pugh aber gar nicht. Gleich am Flughafen wurde er festgenommen und anschließend nach New York zurückgebracht, wo Anklage gegen ihn erhoben wurde.

Als Indizien gelten unter anderem verdächtige Gegenstände aus seinem Reisegepäck. So hatte der Pilot ein Solarzellen-Ladegerät für sein Mobiltelefon dabei, außerdem zwei Kompasse und eine schwarze Skimaske – Teil der Ausrüstung für den Kampf im verwüsteten Syrien? Die Verteidigung sieht das anders. Ein Kompass sei für einen Muslim in einer fremden Stadt nützlich, um herauszufinden, in welcher Richtung Mekka liegt. Ein Solarladegerät sei grundsätzlich auf Reisen praktisch.

Verräterischer Brief an seine Frau

Dass Pugh zumindest laut mit dem Dschihad und den Zielen des IS sympathisierte, bestreitet auch die Verteidigung nicht. Das wird besonders in einem Brief deutlich, den er im Januar 2015 tippte und an seine ägyptische Frau addressierte. "Ich werde dich ins Paradies begleiten und wenn du die mit meinem Blut und Tränen bezahlte Heimstatt erblickst, wirst du verstehen, dass alles richtig war", heißt es darin. Außerdem gelobte er seine von Gott gegebenen Talente und Fähigkeiten dafür einzusetzen, den Islamischen Staat aufzubauen und zu verteidigen.

Wie die "New York Times" schreibt, sei das ein eindeutiges Beweisstück für seine Absichten – doch habe er den Brief nie abgeschickt. Warum er das nicht tat, ist unklar. Seine Anwälte sagen, er habe in Istanbul nur den Kopf freikriegen wollen. Immerhin habe er sich im Internet zuvor auch über türkische Bäder informiert. Allerdings suchte er auch nach den meistgenutzten Grenzübergängen von der Türkei nach Syrien. Auch einstige Arbeitskollegen des Angeklagten sagten aus, dass sich Pugh immer radikaler geäußert hätte, als er für kleine Fluggesellschaften im Auftrag des Pentagon arbeitete.

Laut der Zeitung könnte der Fall als einer der ersten zeigen, was ein Gericht mit der schwierigen Beweislage im Zusammenhang mit dem IS anfangen kann. Anders als bei früheren Terrorverfahren gebe es keine geheimen Treffen, die man beobachten könnte und die als eindeutige Beweise fungieren könnten. Stattdessen rekrutiert die Terrormiliz ihre Kämpfer insbesondere über massive Internetpropaganda. Die wirkt offenbar auch in den USA. Allein seit 2013 seien 85 Verfahren im Zusammenhang mit ausländischen Terrorgruppen oder im Inland entstandenen Extremismus angestrengt worden, so die "Times". Drei Viertel davon hätten mit dem Islamischen Staat zu tun gehabt.

Quelle: n-tv.de

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