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Berlin hat neuen Bürgermeister: Wowereit wünscht Müller alles Gute

Ab sofort repräsentiert ein anderes Gesicht Berlin: Ex-Stadtentwicklungssenator Michael Müller tritt die Nachfolge von Klaus Wowereit als Regierender Bürgermeister an. Für Müller werde es nicht leicht, sagt Wowereit bei n-tv voraus.

Der SPD-Politiker Michael Müller ist Berlins neuer Regierender Bürgermeister. Der bisherige Stadtentwicklungssenator wurde zum Nachfolger von Klaus Wowereit gewählt, der nach mehr als 13 Jahren im Amt zurückgetreten war. Auf Müller entfielen 87 Stimmen, mit Nein votierten 58 Abgeordnete, es gab eine Enthaltung.

Der alte und der neue "Regierende": Klaus Wowereit und Michael Müller.
Der alte und der neue "Regierende": Klaus Wowereit und Michael Müller.(Foto: dpa)

Müller erhielt damit zwei Stimmen mehr, als die schwarz-rote Koalition im Abgeordnetenhaus hat. Im Vorfeld hatte die Piraten-Fraktion angekündigt, dass es aus ihren Reihen Unterstützung für Müller geben werde.

"Berlin steht heute ganz anders da"

Wowereit blickte im Interview mit n-tv mit Stolz auf seine 13-jährige Amtszeit. "Es war eine Zeit mit wechselvollen Ereignissen und vor allen Dingen eine Zeit, in der die Stadt sich so unendlich entwickelt hat. Darauf bin nicht nur ich stolz, darauf kann ganz Berlin stolz sein. Wir stehen heute ganz anders da als vor dreizehneinhalb Jahren."

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Mit einem Augenzwinkern gestand Wowereit, dass er manches Fettnäpfchen nicht ausgelassen habe. "Ich hoffe aber, dass es nicht zu viele waren." Er habe immer versucht, konsequent seinen Weg zu gehen. Dazu gehörten die Haushaltskonsolidierung und der wirtschaftliche Aufbau der Stadt. Dabei sei er anfangs auf erheblichen Widerstand gestoßen.

Der Problemflughafen BER gehört zweifellos zu Wowereits Niederlagen. "Dass wir den Flughafen nicht pünktlich eröffnen konnten und dass wir das bis heute noch nicht definitiv sagen können, war und ist eine der härtesten Niederlagen, die ich in meiner politischen Laufbahn erlitten habe."

Wowereit nimmt für sich in Anspruch, "einen Mentalitätswechsel in dieser Stadt geschaffen" zu haben. "Jetzt sind alle stolz darauf und nehmen das schon wie selbstverständlich hin." Jetzt gebe es neue Herausforderungen für Michael Müller. "Ich wünsche ihm alles Gute dabei. Es wird nicht leicht."

Zwei weitere Unbekannte

Im künftigen Senat, der noch ernannt werden muss, gibt es neben Müller zwei neue Gesichter. Der SPD-Finanzfachmann Matthias Kollatz-Ahnen tritt die Nachfolge des bisherigen Finanzsenators Ulrich Nußbaum (parteilos) an. Der bisherige Bürgermeister des Stadtbezirks Lichtenberg, Andreas Geisel (SPD), beerbt Müller im Amt des Stadtentwicklungssenators.

Unmittelbar nach seiner Wahl fuhr Müller zur Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin, bei der es um die Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern geht. Anschließend treffen die Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen. Wowereit war mit seinen mehr als 13 Amtsjahren zuletzt der dienstälteste Regierungschef eines Bundeslandes in Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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