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Rettungswagen warten vor dem Arish Krankenhaus im Nord-Sinai.
Rettungswagen warten vor dem Arish Krankenhaus im Nord-Sinai.(Foto: picture alliance / dpa)

IS attackiert Armeeposten: Zahl der Terror-Toten im Sinai steigt

Die Gewalt auf der Halbinsel Sinai erreicht einen neuen Höhepunkt. Ein ägyptischer Ableger der Terrorgruppe IS bekennt sich zu der Anschlagsserie mit fast 120 Toten. Unter den Opfern sind auch Soldaten - die Armee will die Situation wieder unter Kontrolle haben.

Fast 120 Menschen sind am Mittwoch bei Angriffen islamistischer Extremisten auf Posten der ägyptischen Armee und anschließenden Gefechten auf der Sinai-Halbinsel getötet worden. Nach Angaben des ägyptischen Militärs war es einer der heftigsten Gewaltausbrüche im Sinai seit Jahren. Zu den Angriffen bekannte sich der ägyptische Ableger der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Kämpfer und Selbstmordattentäter hätten mehr als 15 Posten der Armee angegriffen, hieß es in einer Internetbotschaft der Extremisten.

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Das ägyptische Militär veröffentlichte am Abend im Staatsfernsehen die ersten genaueren Opferzahlen - 100 Militante und 17 Soldaten seien getötet worden. Etwa 300 Angreifer hätten Sicherheitskräfte in schwere Gefechte verwickelt, bei denen auch drei mit Flugabwehrgeschützen ausgerüstete Geländewagen zerstört worden seien. Die Streitkräfte hätten die Angreifer zurückgeschlagen, verfolgt und deren Sammelpunkte zerschlagen. Das Militär kündigte eine Fortsetzung des Einsatzes an. Laut Militär ist die Lage im Norden der Halbinsel unter Kontrolle.

USA an der Seite Ägyptens

Das Auswärtige Amt verurteilte die Gewalt: "Das Bekenntnis der Terrormiliz IS zu den Anschlägen zeigt erneut, mit welcher Skrupellosigkeit die Terrorgruppe Gewalt für ihre Zwecke nutzt", hieß es aus Berlin. Auch die USA verurteilten die Angriffe auf ägyptische Soldaten. Angesichts der terroristischen Gewalt stünden die USA fest an der Seite Ägyptens, sagte Ned Price, Sprecher des nationalen Sicherheitsrates.

Radikale Gruppen greifen im Norden des Sinai seit Jahren immer wieder die ägyptische Armee an. Die arme Region ist eine Hochburg der Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis, die Ende des vergangenen Jahres dem IS die Treue geschworen hatte.

Der Angriff am Mittwoch war der heftigste Gewaltausbruch im Sinai seit die Armee Ägyptens Präsidenten Mohammed Mursi 2013 stürzte. Terrorangriffe hatten sich in den vergangenen Tagen in Ägypten gehäuft. Am Montag war Generalstaatsanwalt Hischam Barakat bei einem Bombenanschlag in Kairo getötet worden. Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi hatte daraufhin angekündigt, Prozesse künftig beschleunigen zu wollen - als Teil seines Kampfes gegen die verbotene Muslimbruderschaft.

Quelle: n-tv.de

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