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Zwei schwer Verletzte werden in einem Krankenhaus in Pakistan versorgt. Sie sind Opfer eines Bombenanschlags, bei dem 40 Menschen sterben.
Zwei schwer Verletzte werden in einem Krankenhaus in Pakistan versorgt. Sie sind Opfer eines Bombenanschlags, bei dem 40 Menschen sterben.(Foto: dpa)
Dienstag, 17. November 2015

Massiver Anstieg: Zahl der Terrortoten nimmt weltweit zu

Der jüngste Terrorismusindex zeigt: Terroristische Anschläge töten weltweit immer mehr Menschen. Allein 2014 steigt die Zahl rapide an. Besonders verheerend sind die Anschläge der Terrororganisationen Boko Haram und des IS.

Die Zahl der Toten durch Anschläge ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen. Laut dem am Dienstag in London veröffentlichten Terrorismusindex des Instituts für Wirtschaft und Frieden stieg die Zahl der Anschlagstoten im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent. Demnach fielen 2014 insgesamt 32.658 Menschen Anschlägen zum Opfer, während es 2013 noch 18.111 Menschen waren.

Für mehr als die Hälfte der Anschlagstoten im vergangenen Jahr seien die in Nigeria ansässige Islamistengruppe Boko Haram sowie die in Syrien und dem Irak agierende Organisation Islamischer Staat (IS) verantwortlich, heißt es in der Studie. So einen deutlichen Anstieg habe es noch nie gegeben, sagte Institutsleiter Steve Killelea. 2013 hatte es einen Anstieg der Anschlagsopfer um 61 Prozent gegeben.

Den Angaben zufolge konzentriert sich der Terrorismus weitgehend auf fünf Länder: In Afghanistan und dem Irak sowie in Nigeria, Pakistan und Syrien seien 78 Prozent der bei Anschlägen 2014 getöteten Menschen gezählt worden. Davon sei der Irak mit 9929 Opfern am stärksten betroffen gewesen. Das Land zählte im vergangenen Jahr sowohl die höchste Zahl von Anschlägen als auch die meisten Anschlagsopfer, die jemals in einem Land registriert wurden. Den höchsten Anstieg der Opferzahl verzeichnete Nigeria mit 7512 Toten, 300 Prozent mehr als im Vorjahr.

In westlichen Ländern sei das Risiko, einem Anschlag zum Opfer zu fallen, deutlich geringer, heißt es in der Studie. Die Anschläge von Paris, bei denen am Freitag 129 Menschen getötet wurden, zeigten aber, dass sich dies ändern könne, sagte Institutsleiter Killelea. Der IS sei in der Lage, "ausgefeilte und tödliche Anschläge in Europa zu verüben".

Die wirtschaftlichen Kosten des Terrorismus beliefen sich der Studie zufolge im Jahr 2014 auf rund 53 Milliarden Dollar (rund 50 Milliarden Euro). Das ist so viel wie nie zuvor und zehn Mal mehr als noch im Jahr 2000.

Quelle: n-tv.de

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