Politik

Rösler stellt Entwurf vorZeitplan für Reform wackelt

04.09.2010, 13:59 Uhr

Bald beginnt die heiße Verhandlungsphase zur Gesundheitsreform, und die Union diskutiert über eine mögliche Verschiebung des umstrittenen Sozialausgleichs. Die Beteiligten scheinen sich jedoch einig: Es bestehe kein Zeitdruck. Der 1.Januar solle als vereinbartes Datum eingehalten werden.

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Gesundheitsminister Philipp Rösler. (Foto: dpa)

Kurz vor dem Start der Verhandlungsphase zur Gesundheitsreform debattiert die Union über eine mögliche Verschiebung beim umstrittenen Sozialausgleich. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Johannes Singhammer, sagte der „Frankfurter Rundschau“: „Bei den Regelungen zum Zusatzbeitrag und zum Sozialausgleich sind wir nicht unter Zeitdruck.“ Zwar sei es das Ziel, das gesamte Gesetz bis Jahresende unter Dach und Fach zu bringen. „Aber wir sind am Beginn der Verhandlungen und müssen nun erst einmal sehen, wie weit wir kommen“, sagte der CSU-Mann.

Spahn: Fragen könnten geklärt werden

An diesem Sonntag treffen die Gesundheitspolitiker der Koalition erstmals zu Beratungen über den Referentenentwurf von FDP-Minister Philipp Rösler zusammen. Die Anhebung des Beitragssatzes von 14,9 auf 15,5 Prozent ist unstrittig. Die Zusatzbeiträge mit Sozialausgleich hingegen sind im Detail noch Gegenstand von Meinungsunterschieden. Diese Regelungen sollen zwar eigentlich auch zum Jahresanfang starten, doch nötig sollen höhere Zusatzbeiträge plus Ausgleich erst später werden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, mahnte, vereinbart sei das Inkrafttreten der gesamten Reform zum 1. Januar. „So wollen wir es halten“, sagte der CDU-Politiker in Berlin der dpa. Die offenen Fragen zum Sozialausgleich könnten bei gutem Willen aller Beteiligten geklärt werden. Hier geht es um die umfangreichen neuen Datenströme zu den Einkommensverhältnissen der Arbeitnehmer zwischen den Betroffenen, den Krankenkassen und den Arbeitgebern, die das Rösler-Ressort zur Realisierung der pauschalen Zusatzbeiträge plus Ausgleich als nötig erachtet.

Weitere Löcher im Haushalt

Die Runde am Sonntag will zudem über die geplanten Preisverhandlungen zwischen Pharmabranche und Krankenkassen beraten, über die Honorare für Ärzte und die Zukunft der umstrittenen Sonderregelungen für Hausärzte.

Die Reform dürfte nach einem Bericht des „Spiegel“ spürbare Löcher in die Staatskassen reißen. Das Bundesfinanzministerium gehe in einem internen Schreiben von Mitte August davon aus, dass die geplante Beitragssatzerhöhung für die Krankenversicherung Belastungen für den Bundeshaushalt in Höhe von 420 Millionen Euro bringen werde. Eingerechnet seien etwa Zuschüsse für Hartz-IV-Empfänger, aber auch zusätzliche Personalkosten. Da die erhöhten Sätze steuerlich absetzbar sind, kämen auf die Regierung zudem Mindereinnahmen von gut einer Milliarde Euro zu. Die Rentenversicherung werde dem Finanzministerium zufolge um 580 Millionen Euro belastet.

Quelle: dpa