Politik
Alice Weidel hat sich persönlich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Alice Weidel hat sich persönlich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.(Foto: imago/ZUMA Press)
Donnerstag, 14. September 2017

Vorwurf der Schwarzarbeit: Zeitung legt im Streit mit Weidel nach

Es sind schwere Vorwürfe: AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel soll nach einem Bericht der "Zeit" in der Schweiz eine Haushaltshilfe schwarz beschäftigt haben. Die Politikerin lässt das dementieren - und spricht von "Fake News". Nun veröffentlicht die Zeitung neue Details.

Die Wochenzeitung "Die Zeit" legt im Streit um einen Bericht über AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel nach - und wehrt sich damit gegen Vorwürfe, Falschnachrichten über die 38-Jährige verbreitet zu haben. Anders als von Weidels Anwalt behauptet, habe die Studentin, die etwa ein Jahr lang als Haushaltshilfe in Weidels Wohnung im schweizerischen Biel beschäftigt gewesen sein soll, mehr als 750 Franken im Jahr verdient. Folglich hätte ihre Anstellung den Schweizer Behörden auch gemeldet werden müssen, argumentiert die "Zeit".

Im ursprünglichen Bericht hatte es geheißen, Weidel habe an ihrem Wohnort 2015 zunächst die besagte Studentin und danach eine syrische Asylbewerberin für sich arbeiten lassen. Es habe während dieser Zeit weder einen Anstellungsvertrag gegeben, noch seien die Frauen um Rechnungsstellung gebeten worden; das Gehalt sei bar bezahlt worden. Diese Darstellung hatte Weidels Anwalt unter Verweis auf den geltenden Freibetrag dementiert.

Nach Informationen der Zeitung soll die junge Frau aber in der Regel zwei bis drei Stunden pro Woche in Weidels Haushalt tätig gewesen. Damit habe ihr Verdienst über dem Freibetrag gelegen, der in der Schweiz für sogenannte Sackgeldjobs auf 750 Franken festgelegt wurde. Auch gegen den Vorwurf von AfD-Sprecher Christian Lüth, den Bericht veröffentlicht zu haben, obwohl der Anwalt der Spitzenkandidatin um Aufschub gebeten hatte, wehrte sich die Wochenzeitung. Die Redaktion habe den Anwalt, "wie es in solchen Fällen geboten ist", am Morgen mit den Erkenntnissen konfrontiert und ihm bis zum Abend eine Antwortfrist gesetzt.

Mit Asylbewerberin befreundet

Weidels Anwalt hatte daraufhin erklärt, dass die Frist zur Klärung eines solch komplexen Sachverhalts zu kurz sei. Nach der Veröffentlichung hatte Weidel den Bericht als "Fake News" zurückgewiesen - und sich auch von dem Vorwurf distanziert, sie habe nach der Studentin eine syrische Asylbewerberin schwarz in ihrem Haushalt beschäftigt. Laut Anwalt pflegt Weidel "einen freundschaftlichen Kontakt" zu einer Syrerin, die auch in ihrem Haus zu Gast gewesen sei. "Dass die Asylbewerberin aber im Hause unserer Mandantin angestellt wurde oder aber dafür Lohn bekommen hätte, ist jeweils falsch", hieß es in der Erklärung.

Alice Weidel lebt mit ihrer Lebenspartnerin, einer aus Sri Lanka stammenden Schweizerin, in Biel - nordwestlich von Bern. Gemeinsam ziehen sie zwei Söhne groß. Öffentlich nennt die AfD-Politikerin allerdings die deutsche Ortschaft Überlingen als Wohnort. Die 38-Jährige ist neben Alexander Gauland die Spitzenkandidatin der AfD für den Bundestag.

Quelle: n-tv.de

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