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Zschäpe im Dezember vor dem Oberlandesgericht München.
Zschäpe im Dezember vor dem Oberlandesgericht München.(Foto: dpa)

Keine Drohungen, kein Druck: Zschäpes Anwälte weisen Vorwürfe zurück

Das Verhältnis zwischen der mutmaßlichen Terroristin Beate Zschäpe und ihren Alt-Anwälten ist tief zerrüttet. Die Juristen sehen sich nun sogar gezwungen, Vorwürfe ihrer Mandantin zurückzuweisen.

Die Rechtsanwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm haben Vorwürfe zurückgewiesen, die die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe vor den Weihnachtsfeiertagen gegen sie erhoben hatte. Die drei Pflichtverteidiger Zschäpes wehren sich vor allem gegen die Behauptung, sie hätten Druck auf ihre Mandantin ausgeübt, um eine Aussage der Hauptangeklagten im Münchner NSU-Prozess zu verhindern.

Heer, Stahl und Sturm vertreten Zschäpe seit Prozessbeginn.
Heer, Stahl und Sturm vertreten Zschäpe seit Prozessbeginn.(Foto: dpa)

"Wir haben Frau Zschäpe mitnichten eine Mandatsbeendigung in Aussicht gestellt, falls sie 'von der Schweigestrategie abweichen' sollte", heißt es in einem Schreiben der drei Anwälte an das Münchner Oberlandesgericht. Sie hätten Zschäpe auch nicht vorgehalten, sie begehe "prozessualen Selbstmord", wenn sie rede, und sie hätten sie in diesem Zusammenhang auch nie gefragt: "Sind Sie irre, Frau Zschäpe?"

Zschäpe hatte genau dies in einem Brief an das Gericht behauptet und damit einen Antrag auf Abberufung von Heer, Stahl und Sturm als ihre Pflichtverteidiger begründet. Eine Abberufung der Pflichtverteidiger war bereits mehrfach vom Gericht abgelehnt worden.

Mittäterschaft bestritten

Kurz vor der Weihnachtspause hatten sowohl Zschäpe als auch ihr mutmaßlicher Helfer Ralf Wohlleben ihr jahrelanges Schweigen vor Gericht gebrochen. Zschäpe bestritt dabei, von den Morden und Überfällen des NSU im Vorfeld gewusst zu haben oder daran beteiligt gewesen zu sein. Sie war demnach kein Mitglied der Terrorgruppe.

Auch Wohlleben will bis zum Auffliegen der Gruppe im November 2011 nichts vom "Nationalsozialistischen Untergrund" und dessen Morden gewusst haben. "Wie alle anderen" habe er erst dann davon erfahren, sagte Wohlleben vor dem Münchner Oberlandesgericht.

Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios und muss sich für alle Verbrechen der Gruppe vor Gericht verantworten. Im NSU-Prozess ist sie wegen Mittäterschaft an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen angeklagt. Der Prozess soll am 12. Januar fortgesetzt werden.

Quelle: n-tv.de

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