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In einigen europäischen Ländern werden Freier inzwischen bestraft.
In einigen europäischen Ländern werden Freier inzwischen bestraft.(Foto: REUTERS)

Prostitution in Europa: Zuhälterei könnte ganz verboten werden

Sex-Sklaverei gibt es in fast allen europäischen Staaten. Die tun zu wenig gegen das Problem, befindet der Europarat. Auch Deutschland zögert mit schärferen Gesetzen. Doch zumindest die Zuhälter sollen es in Zukunft schwerer haben.

Der Europarat ermahnt die Regierungen in Europa zu mehr Engagement gegen Sex-Sklaverei und Prostitution. Als Vorbild nannten die Abgeordneten Schweden, wo der Kauf von Sexleistungen verboten ist. Der Kunde wird bestraft, die Prostituierte aber bleibt straffrei. Der Menschenhandel mit Frauen sei in Schweden seither stark zurückgegangen, heißt es in dem Bericht der Versammlung in Straßburg.

Ein generelles Verbot der Prostitution lehnte der Europarat indes ab. Dies verschlimmere häufig die Situation der Opfer von Sex-Sklaverei. "Es ist ein Mythos, dass Frauen sich freiwillig zur Prostitution entschließen", sagte der zuständige Berichterstatter, der portugiesische Christdemokrat José Mendes Bota, während der Debatte.

Die Parlamentarier verlangten, die Zuhälterei strikt zu verbieten. Nötig seien breit angelegte Aufklärungskampagnen und Anlaufstellen für die Opfer von Prostitution. Außerdem sollte das Mindestalter für Prostituierte auf 21 Jahre festgelegt werden. Staaten wie Russland, Tschechien und Griechenland müssten die europäische Konvention gegen Menschenhandel ratifizieren, forderte die Versammlung.

Verbot hat in Deutschland keine Chance

In Deutschland hat das liberalisierte Prostitutionsgesetz die Lage verschlechtert, wie der Bericht bilanziert. Sex-Arbeiterinnen würden wie Waren betrachtet, und in Bordellen maximal ausgebeutet. Der CDU-Abgeordnete Axel Fischer sagte, das schwedische Modell könne interessant sein, doch "es nützt nichts, das Problem lediglich aus einem Land zu verdrängen".

Nach den Plänen von Union und SPD in Deutschland sollen Freier künftig bestraft werden, wenn sie die Dienste von Zwangsprostituierten in Anspruch nehmen. CDU und CSU stellten ein Eckpunktepapier vor, wonach sie für Prostituierte ein Mindestalter von 21 Jahren sowie eine behördliche Anmeldepflicht einführen wollen. Zu den angepeilten Maßnahmen, die die Union bis zur Sommerpause mit der SPD abstimmen will, gehören auch regelmäßige Pflichtuntersuchungen für die Prostituierten und eine Erlaubnispflicht für die Eröffnung von Bordellen.

Ein Verbot des Gewerbes scheint in Deutschland jedoch keine Chance zu haben. In Frankreich stellt ein neues Gesetz gekauften Sex künftig grundsätzlich unter Strafe.

Quelle: n-tv.de

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