Politik

Mord an Rechtsextremisten Zuma warnt vor Rassenhass

04.04.2010, 14:34 Uhr

Wenige Wochen vor Beginn der Fußball-WM muss Südafrika wieder mit Schlagzeilen über Gewalt und Rassenkonflikte fertig werden. Der Mord an dem Rechtsextremisten Eugene Terreblanche wühlt die Menschen mit den vielen Rassen tief auf. Südafrikas Präsident Zuma mahnt zur Ruhe.

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Blumen am Eingang der Farm des getöteten Terreblanche. (Foto: REUTERS)

Der Mord an dem Rechtsextremisten Eugene Terreblanche (66) hat in Südafrika Befürchtungen vor neuen Rassenspannungen geweckt. Südafrikas Präsident Jacob Zuma warnte wenige Stunden nach der Tat, vor neuem Rassenhass. Zuma verurteilte den Mord an dem Führer der rechtsextremen Burenbewegung Afrikaner Weerstandsbeweging (AWB) scharf.

Die Chefin der oppositionellen Demokratischen Allianz (DA), Hellen Zille, meinte, der Mord werde die ohnehin angespannte Lage in Südafrika verschärfen. "Wir müssen nun mehr denn je der rassischen Polarisierung Widerstand leisten", sagte die Ministerpräsident der Provinz Western Cape. Sie kritisierte scharf "Hassreden" insbesondere der Linken und der Jugendorganisation der Regierungspartei ANC.

Der rechtsgerichtete Schriftsteller und Buren-Aktivist Dan Roodt beschuldigte den ANC Zumas, "ein Klima des Hasses gegen die Buren geschaffen zu haben." Die Ermordung Terreblanches sei nur die letzte Tat in einer langen Reihe von Morden, Vergewaltigungen und Angriffen, bei denen Buren die Opfer waren. Die kleine Partei Freiheitsfront warnte vor einer "explosiven Situation" in Südafrika nach dem gewaltsamen Tod des Rechtsradikalen-Führers.

Terrblanche von Arbeitern getötet

Terreblanche war am frühen Samstagabend auf seiner Farm nahe Ventersdorp westlich von Johannesburg nach Angaben der Polizei von zwei schwarzen Arbeitern mit Hieb- und Stichwaffen getötet worden. Er war mit den jungen Männern im Alter von 15 und 21 Jahren nach Polizeiangaben wegen eines angeblich nicht bezahlten Lohns in Streit geraten.

Die Arbeiter hatten dem südafrikanischen Fernsehen zufolge selbst die Polizei telefonisch über die Tat informiert. Es sei unklar, ob Terreblanche zu diesem Zeitpunkt noch gelebt habe. Die Festgenommenen sollen am Dienstag einem Gericht vorgeführt werden. Ihnen droht Anklage wegen Mordes.

Terreblanche war auch nach der Abschaffung der Apartheid 1994 ein entschiedener Befürworter der Rassentrennung in Südafrika. In seiner Organisation AWB wurden mehrere, leicht abgewandelte Nazi-Symbole verwendet. Der schwergewichtige, bärtige Radikalen-Führer war wegen militanter Aktionen und Gewaltakte gegen Schwarze mehrfach verurteilt worden. Von 2000 bis 2004 verbüßte er eine Gefängnisstrafe.

Quelle: dpa