Politik
Michael Hensel will sich weiter in der Partei engagieren.
Michael Hensel will sich weiter in der Partei engagieren.(Foto: dpa)

Piratenpartei verliert Führungskräfte: Zwei Landeschefs treten zurück

Die Querelen im Bundesvorstand der Piratenpartei schlagen vermehrt auch auf die Landesebene durch. In Baden-Württemberg und Brandenburg treten Landesvorsitzende zurück. Der eine begründet seinen Schritt mit verloren gegangenem Spaß, der andere mit angedrohter Gewalt gegen seine Familie.

Lars Pallasch trat ganz aus der Partei aus.
Lars Pallasch trat ganz aus der Partei aus.(Foto: dpa)

Der Landesvorsitzende der Piratenpartei in Brandenburg, Michael Hensel, legt mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder. "Der dringend notwendige Spaß ist in den letzten Monaten immer weiter abhanden gekommen und letztlich nahezu verloren gegangen", sagte Hensel. Den Vorsitz übernimmt zunächst die derzeitige Stellvertreterin Clara Jongen. Hensel will sich künftig in der Partei um die Themen Transparenz, demokratische Teilhabe, Bürgerrechte und Datenschutz kümmern. Die brandenburgischen Piraten lagen in einer Forsa-Umfrage im Januar zuletzt nur noch bei zwei Prozent.

Gestern war bereits der baden-württembergische Landeschef Lars Pallasch zurückgetreten und hatte gleichzeitig seine Parteimitgliedschaft niedergelegt. Pallasch zog damit die Konsequenzen aus dem rüden Umgangston in der Partei. Er beklagte, ihm und seiner Familie sei anonym körperliche Gewalt angedroht worden. Dies sei der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Pallasch geht davon aus, dass es Parteimitglieder waren, die ihn bedroht haben. Er wolle die Partei mit seinem Austritt aufrütteln.

Entnervt zeigte sich Pallasch vom Dauerstreit unter den Führungskräften im Bund. Er habe immer wieder versucht, Journalisten davon zu überzeugen, dass die Piraten "kein zerstrittener, planloser Haufen" ist. "Habe ich mich getäuscht?", fragt Pallasch nun. Dem umstrittenen Bundesgeschäftsführer Johannes Ponader empfahl er den sofortigen Rücktritt. "Sie schaden sich, sie schaden der Piratenpartei, sie schaden jedem, der sich politisch engagiert", so Pallasch. "Wer Mehrheitsentscheidungen nicht akzeptieren kann, muss gehen."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen