Samstag, 16. Oktober 2010
Gewaltszenarien nur "Panikmache": Castorgegner wehren sich
Die Polizei befürchtet laut Medienberichten am Rand des Castor-Transports ein erhöhtes Gewaltpotenzial unter den Demonstranten. Das sei völlig aus der Luft gegriffen, entgegen die Organisatoren des Protestes. Die Polizei wolle lediglich Ängste schüren.
Die Castorgegner trainieren bereits für die Sitzblockaden.
(Foto: picture alliance / dpa)
Atomkraftgegner haben im Vorfeld des geplanten Castor-Transports nach Gorleben vor einem Schüren der Ängste und Panikmache vor Krawallen gewarnt. "Wir kennen das aus der Vergangenheit: Vor jedem Castor-Transport werden solche Gewaltszenarien an die Wand gemalt", heißt es in einer Mitteilung der Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt" . Anschließend würde dann die Gewaltfreiheit der Protestbewegung gelobt. Das Nachrichtenmagazin "Focus" hatte unter Berufung auf eine vertrauliche Lageeinschätzung des Bundeskriminalamtes (BKA) berichtet, dass die Polizei mit heftigen Krawallen rechne.
Geplant seien Großdemonstrationen, Kulturaktionen, Mahnwachen und Aktionen des zivilen Ungehorsams wie Sitzblockaden, hieß es bei den Atomkraftgegnern. Auch das Wegräumen von Schottersteinen unter den für den regulären Zugverkehr gesperrten Bahnstrecken sei zwar nicht legal, habe jedoch mit Krawall oder Gewalt nichts zu tun. Das niedersächsische Innenministerium ist da anderer Meinung und hält schon den Aufruf zum "Schottern" für strafbar. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschalt Lüneburg gegen 500 Aktivisten.
BKA befürchtet Gewalt
Dem "Focus"-Bericht zufolge rechnet das BKA auch mit gezielten Sabotageakten. Sorge bereite der Behörde zudem der Einfluss linksextremistischer Gruppen auf die bürgerliche Protestbewegung. Ebenso sei zu befürchten, dass militante Gegner abseits der Großveranstaltungen aktiv würden. Eine Zunahme der Gewaltaktionen sei wahrscheinlich.
Der zwölfte Transport mit hochradioaktivem Atommüll für das Zwischenlager Gorleben wird am ersten Novemberwochenende im Wendland erwartet.
dpa
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