Einsatz in ZentralafrikaDemokratische Republik Kongo
Das frühere Zaire ist das drittgrößte Land Afrikas und ungefähr sechs Mal so groß wie Deutschland. Es hat seinen Namen vom mächtigen Kongo-Fluss an der West-Grenze.
Im Rahmen einer EU-Truppe hilft die Bundeswehr bei der Absicherung der Parlamentswahlen. Im folgenden einige Informationen über das zentralafrikanische Land:
- Das frühere Zaire ist das drittgrößte Land Afrikas und ungefähr sechs Mal so groß wie Deutschland. Die frühere belgische Kolonie hat ihren Namen vom mächtigen Kongo-Fluss an ihrer West-Grenze.
- Die Demokratische Republik Kongo ist reich an Bodenschätzen, darunter Gold, Diamanten, Kupfer, Kobalt und Coltan, einem seltenen Erz, das in Mobiltelefonen eingesetzt wird. In dem Land gibt es tropische Regenwälder, Hochebenen, Savannen, flaches Weideland und Berge.
- Unter dem belgischen König Leopold II. wurde Kongo zu einem Synonym für Brutalität. Der Monarch beutete das Kongo-Becken wie ein privates Lehen aus. Nach der Entlassung aus der Kolonialherrschaft 1960 brach ein fünfjähriger Krieg aus: Regierungstruppen bekämpften die Unabhängigkeitsbestrebungen der an Bodenschätzen reichen Region Katanga im Süden des Landes.
- 1965 putschte sich Armeechef Mobutu Sese Seko an die Macht. Während seiner mehr als 20-jährigen Herrschaft plünderte er die Ressourcen des Landes und sammelte einen riesigen privaten Reichtum an. Laurent Kabila stürzte Mobutu 1997 und änderte den Namen des Landes von Zaire in Kongo. Er wurde 2001 von einem seiner Leibwächter erschossen. Daraufhin übernahm sein Sohn Joseph die Präsidentschaft.
- Kongos bislang letzter Krieg endete offiziell 2003. In den fünfjährigen Konflikt waren sechs afrikanische Staaten verwickelt. Fast vier Millionen Menschen kamen ums Leben, die meisten von ihnen durch Hunger und Krankheiten infolge des Krieges. Die Autorität der Übergangsregierung ist noch immer nicht in allen Teilen des Landes gesichert.
- Im ganzen Land sind im größten Friedenseinsatz der Vereinten Nationen (UN) 17.000 Soldaten stationiert. Vor allem im mineral-reichen Osten terrorisieren aber immer noch Milizen die Zivilbevölkerung.
- Im Februar hat sich die Republik eine neue Verfassung gegeben: Demnach behält die Regierung auf Bundesebene eine zentrale Rolle, gibt aber Kompetenzen und 40 Prozent des öffentlichen Einkommens an die Provinzen ab, die zudem Steuern erheben dürfen und ihre Finanzen selbstständig kontrollieren. Ihre Zahl wird in den kommenden drei Jahren von zehn auf 25 erweitert.
- Der Kongo hat sich für eine Kombination aus einem parlamentarischen und präsidialen Regierungssystem entschieden. Ein Präsident amtiert maximal zwei Perioden von je fünf Jahren. Der Ministerpräsident wird vom Präsidenten nominiert und kommt aus der Mehrheitsfraktion des Parlaments.
- Der Staat muss der Verfassung zufolge sicherstellen, dass Frauen und Männer in gleicher Zahl in allen Institutionen vertreten sind, eine grundlegende Schulbildung für alle kostenlos ist und sexuelle Gewalt als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt wird.
-Im Kongo leben knapp 30 Millionen Menschen, die 2002 durchschnittlich pro Kopf ein Bruttosozialprodukt 100 Dollar erwirtschaftet haben. Die Hauptstadt Kinshasa hat 4,6 Millionen Einwohner. Die nächstgrößere Stadt ist Lubumbashi im Südosten des Landes mit 850.000 Einwohnern.
- In dem Land sind rund 300 Ethnien vertreten, 80 Prozent davon sind Bantu-Gruppen. Mehr als 40 Prozent der Kongolesen sind katholisch, weitere 40 Prozent protestantisch oder Mitglieder anderer christlicher Gemeinschaften. Zwei Prozent gehören dem Islam an. Amtssprache ist französisch.