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Dossier

Freitag, 22. Dezember 2006

Intimus seit 30 Jahren: Der Mann in Stoibers Schatten

Der über die Bespitzelungs-Affäre gestolperte Staatskanzlei-Beamte Michael Höhenberger ist für Edmund Stoiber seit drei Jahrzehnten einer jener engen Vertrauten, die jeder Spitzenpolitiker zur Zuarbeit braucht. Männer wie Höhenberger treten normalerweise nicht selbst ins Rampenlicht, haben aber im Hintergrund großen Einfluss. Einer breiten Öffentlichkeit war der Jurist bisher unbekannt, in der bayerischen Politik kennt ihn jeder.

Als Stoiber 1978 CSU-Generalsekretär wurde, war Höhenberger bereits sein Mitarbeiter. Der Franke folgte Stoiber auf allen Stationen. 2001 machte der Parteichef ihn zum CSU-Landesgeschäftsführer unter dem damaligen Generalsekretär Thomas Goppel. Boshaft hieß es, Höhenberger sei als Aufpasser für Goppel installiert worden - was Stoiber jedoch stets bestritt.

Der Vorwurf der Vermischung von Partei- und Regierungsarbeit traf Höhenberger erstmals Anfang der 90er Jahre. Der damalige Oberregierungsrat im bayerischen Innenministerium war eine Schlüsselfigur im "Filz"-Untersuchungsausschuss. Obwohl Staatsbeamter, verfasste Höhenberger ein Strategiepapier für die CSU zur möglichen Ausdehnung in die neuen Länder.

In einem Kommentar zur aktuellen Spitzelaffäre schrieb der "Münchner Merkur" über Höhenberger: "Die Chefs des übereifrigen Beamten sollten sich, wenn sie ihrer Dienstaufsicht genügen wollen, immerhin die Frage stellen, wie es kommt, dass immer dort, wo Stoibers heutiger Büroleiter wirkt, ein Untersuchungsausschuss nicht fern ist."

Im Bundestagswahlkampf 2002 war Höhenberger als CSU-Landesgeschäftsführer einer der maßgeblichen Männer für den Wahlkampf des damaligen Kanzlerkandidaten Stoiber. Im Landtagswahlkampf 2003 wirkte Höhenberger an dem 60-Prozent-Erfolg mit, der der CSU erstmals eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag bescherte.

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