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Dossier

Freitag, 19. August 2005

Kölns jüdische Gemeinde: Die Älteste nördlich der Alpen

Kölns jüdische Gemeinde, die heute mit rund 5000 Mitgliedern die fünftgrößte in Deutschland ist, gilt als älteste jüdische Gemeinschaft nördlich der Alpen. Bereits im Jahr 321 wird sie in einem Dekret Kaiser Konstantins erwähnt. Nach den Pogromen während des Kreuzzuges 1096 erreichte die Gemeinde bald neuen Wohlstand, ihre Mitglieder standen im Ruf besonderer Gelehrsamkeit. Nachdem der Kölner Stadtrat 1423 die Juden der Stadt verwiesen hatte, durften sie sich erstmals 1798 als Folge der Französischen Revolution wieder innerhalb der Mauern Kölns ansiedeln.

Prominenter Abkömmling der Kölner Gemeinde ist Jacques Offenbach, der als Sohn eines jüdischen Kantors 1819 am Rhein geboren und als Operettenkomponist in Paris weltberühmt wurde. Wohlhabende jüdische Familien wie etwa die Bankiers Oppenheim unterstützten im 19. Jahrhundert die Fertigstellung der Domfenster und bezeugten damit ihre Integration in das Leben der Stadt.

Während des Novemberpogroms von 1938 begann auch in Köln die massive Verfolgung. Rund 11 000 von gut 20 000 Kölner Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. In den Trümmern der Synagoge an der Roonstraße gründeten 80 Überlebende im April 1945 eine neue Gemeinde, die seit 1990 vor allem durch den Zuzug von Juden aus der ehemaligen UdSSR erstarkt ist.

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