Politik

Zweifelhaftes Gewerbe: Die "Kunst" des Erhängens

von Hommy Dara, Malaysia

Es gibt zwei Methoden, einen Menschen am Galgen hinzurichten. Beim so genannten kurzen Fall wird der Delinquenten so lange am Hals aufgehängt, bis er erstickt. Dies gilt als sehr grausam, und deshalb wird diese Methode so gut wie nicht angewendet - außer im Iran. Beim "langen Fall" lassen die Henker den Todeskandidaten mit einer Schlinge um den Hals tief fallen, so dass sein Genick bei dem abrupten Stopp bricht und im Zustand der Bewusstlosigkeit die Luftzufuhr zum Gehirn unterbrochen wird. Vorher muss der Henker den Verurteilten wiegen; nach einer bestimmten Formel berechnet er dann die Länge des Seiles. Ist das Seil zu kurz, erstickt der Delinquent qualvoll; ist es zu lang wird der Kopf abgerissen.

Insbesondere Länder in Asien bedienen sich der Exekution durch Erhängen. Zu ihnen gehören der Irak, Iran, Pakistan, Malaysia und Singapur. Aber auch die beiden US-Bundesstaaten New Hampshire und Washington haben die Hinrichtungsmethode noch in ihren Gesetzbüchern.

Die zum Tode verurteilten Kriegsverbrecher des Dritten Reiches wurden bei den Tribunalen von Nürnberg ebenfalls zum Tode durch den Strang verurteilt und hingerichtet. Insbesondere bei Angehörigen des Militärs gilt diese Exekutionsmethode als "unehrenhaft". Saddam Hussein, der Oberkommandierender der irakischen Streitkräfte war, bestand daher bis zum Schluss auf eine Erschießung. Dies wurde ihm – wenig erstaunlich – nicht gewährt.

Der einzige namentlich bekannte Henker der Welt, Darshan Singh, ist "Experte" auf dem Gebiet des Hängens. Der Scharfrichter von Singapur hat bereits über 850 Menschen durch den Galgen ins Jenseits befördert. In einem aufsehenerregenden und später scharf kritisierten Interview im November 2005 bezeichnete er sein Gewerbe als "Kunst".

Quelle: n-tv.de