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Zahlen aus dem IrakDie Statistik der Anschläge

02.12.2005, 14:13 Uhr

Die Zahl der Selbstmordanschläge im Irak ist im November auf den niedrigsten Stand seit sieben Monaten zurückgegangen. Am Freitag allerdings kam es zu einem der schwersten Anschläge auf US-Truppen.

Der Irak versinkt im Chaos. Diesem verbreiteten subjektiven Eindruck hält die US-Armee nun Zahlen entgegen. Während an der Heimatfront die Zustimmung zum Irak-Einsatz und zum US-Präsidenten bröckelt, weisen die amerikanischen Streitkräfte darauf hin, dass die Zahl der Selbstmordanschläge im Irak im November auf den niedrigsten Stand seit sieben Monaten gefallen ist.

Die Armee wertet dies als Erfolg der militärischen Einsätze gegen die Aufständischen. Die Zahl der im November getöteten US-Soldaten blieb jedoch mit 85 überdurchschnittlich hoch.

Im November zählten die US-Streitkräfte insgesamt 23 Selbstmordanschläge im Irak, wie Generalmajor Rick Lynch mitteilte. Im Mai waren es noch mehr als 70 gewesen. Außerdem gab es im November 68 Anschläge mit abgestellten Autos; im Februar wurden 130 Anschläge dieser Art gezählt. Lynch äußerte jedoch die Einschätzung, dass die Terrororganisation El Kaida im Irak vor der Parlamentswahl am 15. Dezember versuchen werde, die Vorbereitungen verstärkt mit Anschlägen zu stören.

Am Freitag kam es zu einem der schwersten Anschläge auf US-Truppen in den vergangenen Monaten. Am Stadtrand von Falludscha starben zehn US-Marineinfanteristen und elf wurden verletzt, als ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz explodierte. Die Soldaten waren auf Fußpatrouille unterwegs. Die Bombe sei aus mehreren Artilleriegranaten zusammengebaut worden, hieß es in einer Erklärung der Streitkräfte.

Falludscha war eine Rebellenhochburg, bis die US-Streitkräfte im November 2004 eine Großoffensive starteten. Seitdem versuchen amerikanische und irakische Sicherheitskräfte gemeinsam, die Rückkehr der Aufständischen in die mittelirakische Stadt zu verhindern.

In Bagdad demonstrierten am Freitag Schiiten und Sunniten gemeinsam gegen Razzien der Polizei und der Streitkräfte. Im Anschluss an das Mittagsgebet zogen rund 1.000 Menschen mit irakischen Fahnen durch das Stadtzentrum. Einige Demonstranten hielten Porträts ihrer vermissten Söhne hoch, die vermutlich verhaftet wurden.

Auf Transparenten wurde vor allem das irakische Innenministerium kritisiert. Der schiitische Innenminister Bajn Dschabr wurde als Agent der USA bezeichnet. Auf einem anderen Plakat hieß es in Anspielung an die Beziehungen Dschabrs zur iranischen Regierung: "Das Innenministerium tötet unsere Söhne auf Befehl der Iraner".

Fünfte US-irakische Großoffensive

300 amerikanische und 200 irakische Soldaten haben am Freitag die innerhalb weniger Wochen fünfte Offensive gegen Aufständische im Nordirak eingeleitet. Mit den Offensiven will das US-Militär zusammen mit den irakischen Sicherheitskräften verhindern, dass Terroristen und Aufständische die für den 15. Dezember geplanten Parlamentswahlen massiv stören können. Die neue Offensive konzentriert sich auf die vor allem von Sunniten bewohnte Stadt Ramadi westlich von Bagdad, eines der Zentren des Widerstands gegen die Amerikaner im Irak.

"Ziel der Operation ist es, zu verhindern, dass terroristische Gruppen das Gebiet um Ramadi für ihre Angriffe gegen Einwohner der Stadt sowie das irakische und amerikanische Militär benutzen", heißt es in einer Mitteilung der Sicherheitskräfte beider Länder. Ein US-Militärsprecher dementierte energisch Berichte, dass die Offensive eingeleitet worden sei, weil Aufständische Ramadi besetzt hätten und es dort einen massiven Aufstand gegeben habe.