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Dossier

Donnerstag, 07. September 2006

Richtlinien der US-Armee: Die neuen Verhörmethoden

Mehr als zwei Jahre nach dem Abu-Ghoreib-Skandal hat das US-Verteidigungsministerium neue Richtlinien für Verhöre veröffentlicht. Im Feld-Handbuch des US-Heeres werden acht Praktiken ausdrücklich verboten und drei neue Praktiken zugelassen:

Verboten ist:

- den Gefangenen zu zwingen, nackt zu sein
- den Gefangenen zu sexuellen Handlungen zu zwingen oder zu Haltungen mit einem sexuellen Charakter
- dem Gefangenen Kapuzen oder Säcke über den Kopf zu stülpen oder ihm mit Klebeband die Augen zu verbinden
- einen Gefangenen zu schlagen, ihm Stromschläge zu verabreichen, ihm Verbrennungen oder auf andere Arten Schmerzen zuzufügen
- simuliertes Ertränken ("Waterboarding")
- Scheinhinrichtungen
- dem Gefangenen Essen, Trinkwasser oder medizinische Hilfe zu verweigern
- die Anwendung von Hunden in irgendeiner Form bei Verhören

Erlaubt ist:

- die Verhörtaktik "guter Bulle, böser Bulle" ("good cop, bad cop"), bei dem ein Befragender aggressiv, der andere verständnisvoll auftritt
- sich als jemand anders als ein Vernehmungsbeamter aus den USA auszugeben
- die Gefangenen voneinander zu trennen, damit sie sich nicht absprechen können. Nur bei "ungesetzlichen Kombattanten" mit Sondererlaubnis anzuwenden, nicht bei Kriegsgefangenen. Ausdrücklich bedeutet dies keine Einzelhaft.

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