Politik

Alassane Ouattara: Ein Muslim als Mann des Westens

Alassane Ouattara hat beste Verbindungen in den Westen.
Alassane Ouattara hat beste Verbindungen in den Westen.(Foto: Reuters)

Der neue starke Mann in Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, hat Erfahrungen mit der Macht. Schon von 1990 bis 1993 war er Ministerpräsident des westafrikanischen Landes gewesen. Aber er kennt auch den bewaffneten Kampf gut. In den Jahren des Bürgerkriegs (2002 bis 2007) zwischen dem überwiegend christlichen Süden und dem eher muslimischen Norden war Ouattara eine der Schlüsselfiguren auf der Rebellenseite. Vor allem kann der Muslim als Favorit des Westens gelten. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy war sogar der Trauzeuge Ouattaras.

Zudem hat der 69 Jahre alte Politiker lange in den USA gelebt. Der Volkswirt studierte an der Universität von Pennsylvania und machte 1968 bis 1990 Karriere beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Dann wurde er vom damaligen Präsidenten Félix Houphouët-Boigny zum Regierungschef seines Heimatlandes ernannt. Politische Turbulenzen führten nach dem Tod Houphouët-Boignys 1993 zur Ausschaltung Ouattaras.

Mit dem Argument, seine Eltern stammten aus Burkina Faso, wurde er bis zum Jahr 2000 daran gehindert, sich für die Präsidentschaft zu bewerben. Von 1994 bis 1999 arbeitete Ouattara wieder für den IWF. 2002 entgingen er und seine Frau nur knapp einem Attentat, für das die Regierung Gbagbos verantwortlich gemacht wurde. Ouattara lebte dann zeitweise im Exil in Gabun und Frankreich.

Im Kampf gegen die Regierung im vergangenen Jahrzehnt gelten die Rebellentruppen Ouattaras als verantwortlich für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen und mörderische Übergriffe auf die Bevölkerung. Aus Sicht von Menschenrechtsorganisationen ist der Wirtschaftsexperte in seiner Bereitschaft, Gewalttaten zuzulassen, seinem Widersacher, dem Historiker Gbagba, nicht unähnlich.

Quelle: n-tv.de