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Dossier

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Seit Jahren instabile Region: Konflikte am Horn von Afrika

Äthiopische Truppen haben massiv in den Bürgerkrieg im benachbarten Somalia eingegriffen und marschierten auch auf die Hauptstadt Mogadischu zu. Damit eskaliert die seit Jahren instabile Lage am Horn von Afrika. Im folgenden einige Fakten zur Lage in der Region:

Das Horn von Afrika

- Das Horn ist eine Halbinsel am östlichen Zipfel Afrikas, die in das Arabische Meer hineinragt.

- Im weiteren Sinne bezeichnet das Horn von Afrika auch eine rund zwei Millionen Quadratkilometer umfassende Großregion. Dazu gehören Djibouti, Eritrea, Äthiopien und Somalia.

- In Somalia ist der sunnitische Islam die vorherrschende Glaubensrichtung. Christen stellen nur eine kleine Minderheit. In Äthiopien setzt sich die Bevölkerung jeweils zur Hälfte orthodoxen Christen und Muslimen zusammen.

Innere Unruhen am Horn

- Somalia: Seit dem Sturz des Diktators Mohammed Siad Barre im Jahr 1991 versinkt das Land zunehmend in Chaos und Anarchie. Islamistische Rebellen beherrschen weite Teile des Südens Somalias und haben im Juni auch die Hauptstadt Mogadischu unter ihre Kontrolle gebracht. Dort hatten zuvor Kriegsfürsten das Sagen, die von den USA unterstützt wurden. Mit dem Vormarsch der Rebellen wurden Versuche der schwachen Übergangsregierung konterkariert, die chaotischen Zustände im Land zu ordnen und wieder eine zentrale staatliche Ordnungsmacht zu etablieren. Die säkulare Übergangsregierung hat aber außerhalb der Provinz Baidoa kaum Einfluss, während sich die Islamisten die Kontrolle über wichtige Häfen und Flugplätze gesichert haben. Zuletzt waren diese immer weiter Richtung Baidoa vorgerückt und hatten die Regierung eingekreist.

- Äthiopien : Nach den Parlamentswahlen im Mai 2005 kommt es zu gewaltsamen Unruhen. Bei Zusammenstößen in der Hauptstadt Addis Abeba sterben Dutzende Menschen. Die Regierung reagiert mit einer Verhaftungswelle unter Oppositionellen. Mehrere Rebellengruppen sind in dem Land aktiv: Die so genannte Befreiungsfront von Oromo (OLF) kämpft für die Unabhängigkeit ihrer Region. Die Regierung wirft dem Nachbarland Eritrea vor, die Aufständischen aktiv zu unterstützen. Eritrea hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Auch in der Region Ogaden gibt es eine Rebellengruppe, die Selbstbestimmung für die somalisch-stämmige Bevölkerung einfordert.

Grenzkonflikte am Horn:

Somalia/Äthiopien:

Äthiopien und Somalia gelten als Erzfeinde. Äthiopien hat bereits mehrfach Truppen in das Nachbarland geschickt, um islamistische Gruppen zu bekämpfen. Dahinter steckt die Furcht, dass die Islamisten ihren Einflussbereich auch auf äthiopisches Gebiet ausdehnen könnten.

- In der Zeit zwischen 1992 und 1998 griffen äthiopische Truppen mehrfach islamistische Verbände an, die von den USA als Terrorgruppe eingestuft werden.

- Die USA werfen Eritrea vor, somalische Rebellen durch Waffenlieferungen aktiv zu unterstützen und damit Äthiopien unter Druck zu setzen. Die Islamisten, die im Süden Somalias operieren, haben einen Heiligen Krieg gegen Äthiopien ausgerufen.

Eritrea/Äthiopien: 1998 bricht im Gebiet um die Stadt Badme ein Grenzkrieg aus, in dessen Verlauf mehr als 70.000 Menschen getötet werden. Die Kampfhandlungen werden im Jahr 2000 offiziell mit einem Friedensabkommen beendet. Der genaue Verlauf der Grenze bleibt aber auch nach dem Abkommen zwischen Äthiopien und Eritrea umstritten. Beide Seiten sichern die Grenzlinie mit hohem militärischen Aufwand ab. Die Vereinten Nationen sollen mit rund 2.300 Beobachtern vor Ort die Einhaltung des Friedensabkommens überwachen.

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