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Politische AusnahmeSarkozy gewinnt nur im Elsass

22.03.2010, 13:38 Uhr

In 21 Regionen gewinnt die französische Linke bei den Regionalwahlen. Nur im Elsass setzt sich Sarkozys konservative UMP durch - dank der Landbevölkerung.

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Sarkozy musste eine herbe Wahlniederlage einstecken. (Foto: dpa)

Ein kleiner blauer Fleck oben rechts in einer ansonsten rosa gefärbten politischen Landschaft. So präsentierten die französischen Zeitungen das Elsass nach dem zweiten Durchgang der Regionalwahl. Als einzige der 22 Regionen im französischen Mutterland bleibt die Grenzregion zu Deutschland konservativ, überall sonst straften die Wähler das Regierungslager von Staatschef Nicolas Sarkozy ab.

"Das Elsass bleibt die Ausnahme", sagt der Straßburger Politologe Richard Kleinschmager. In der ostfranzösischen Region ist die konservative Regierungspartei UMP mit mehr als 46 Prozent der Stimmen klare Wahlsiegerin. Das rot-grüne Bündnis aus der Sozialistischen Partei (PS) und den Grünen kam nur auf gut 39 Prozent. Die rechtsextreme Partei Front National (FN) erhielt im Elsass mit 14,6 Prozent unterdessen deutlich weniger Stimmen als bei der Regionalwahl vor sechs Jahren (22 Prozent).

Mobilisierung der Landbevölkerung

Noch wenige Tage vor dem zweiten Durchgang hatten Meinungsumfragen im Elsass ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Konservativen und der rot-grünen Liste "PS/Europe Ecologie" vorausgesagt. Ihren unerwartet deutlichen Sieg, der Sarkozys Regierungsmannschaft die Blamage eines "Grand Slam" der linken Opposition ersparte, verdankt die UMP vor allem den Wählern auf dem Lande. In dem größeren Städten Straßburg, Mülhausen und Colmar lag dagegen das rot-grüne Bündnis vor den Konservativen.

Die Wahl habe einen "Graben zwischen dem Elsass der Städte und dem ländlichen Elsass" deutlich gemacht, betont Kleinschmager. Auf dem Lande habe sich letztlich die "traditionelle, gaullistisch-zentristisch geprägte elsässische Mehrheit" durchgesetzt. Ihr vor allem sei der Anstieg der Wahlbeteiligung um fünf Punkte auf fast 51 Prozent zugute gekommen.

Modem beim zweiten Wahlgang nicht mehr dabei

Die UMP habe offenbar auch Stimmen der liberalen Partei Modem auf sich vereinigen können, die beim zweiten Wahlgang nicht mehr dabei war. Auch einige Stimmen der rechtsextremen Regionalpartei L'Alsace d'abord, die nach der ersten Runde ausschied, seien vermutlich an die UMP gegangen. Zugute gekommen sei der Regierungspartei wohl auch, dass der Zulauf zur Front National im Elsass seit einigen Jahren rückläufig sei.

Die Regierungspartei hatte in den Tagen zwischen den beiden Durchgängen vor allem auf dem Lande ihre Kräfte mobilisiert. Konservative Bürgermeister und andere regionale Mandatsträger der UMP warben unermüdlich für ihren Spitzenkandidaten, den Senator Philippe Richert. Der aus der Gemeinde Petite Pierre in den Nordvogesen stammende Politiker war bisher auch Präsident des Generalsrats (Kreistags) des Departements Bas-Rhin im nördlichen Elsass und ist einer der populärsten Regionalpolitiker der Grenzregion. Er tritt nun das Erbe des langjährigen Präsidenten der Region Elsass, Adrien Zeller, an, der im Sommer an einem Herzinfarkt gestorben war.

Quelle: Jutta Hartlieb, AFP