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Nachfolger gesuchtStoibers Kronprinzen

08.01.2007, 16:54 Uhr

CSU-Chef Edmund Stoiber steckt derzeit in der Krise. Andererseits sei er aber unersetzlich, weil ein geeigneter Nachfolger nicht in Sicht sei, wie CSU-Mitglieder Journalisten gerne versichern.

CSU-Chef Edmund Stoiber steckt derzeit in der Krise. Andererseits sei er aber unersetzlich, weil ein geeigneter Nachfolger nicht in Sicht sei, wie CSU-Mitglieder Journalisten gerne versichern. Tatsächlich gibt es durchaus CSU-Politiker, die ihm folgen könnten. Doch ist die Gefechtslage verworren. Manche Kronprinzen wollen nicht gegen Stoiber antreten. Und die Thronanwärter sind einander gegenseitig nicht in heißer Liebe verbunden.

Immer wieder als potenzieller CSU-Chef genannt wird Parteivize Horst Seehofer. Der Bundeslandwirtschaftsminister ist an der CSU-Basis äußerst beliebt. Seehofers Problem: Die Münchner Landtagsfraktion mag ihn gar nicht. Denn der Bundespolitiker Seehofer lässt immer mal wieder durchblicken, dass die Münchner Provinzler nicht auf seinem Berliner Niveau spielen. Außerdem ist Seehofer als "Herz-Jesu-Sozialist" dem wirtschaftsliberalen Flügel um Wirtschaftsminister Erwin Huber suspekt.

CSU-Landtagsfraktionschef Joachim Herrmann wiederum gilt als Kandidat für das Ministerpräsidentenamt für die Nach-Stoiber-Zeit. Doch Herrmann kämpft derzeit mit Schwierigkeiten. Er sieht sich als Vermittler. Das legen ihm mehrere Minister im bayerischen Kabinett als Führungsschwäche aus. Und Stoibers Staatskanzlei betrachtet sein Wirken mit Misstrauen.

Eigentlich prädestinierte Stoiber-Nachfolger auf dem Ministerpräsidenten-Stuhl wären im vergangenen Jahr, als Stoiber eigentlich nach Berlin wechseln wollte, Wirtschaftsminister Erwin Huber und Innenminister Günther Beckstein gewesen. Beide sind jahrzehntelange Stoiber-Getreue, fachlich versiert und bundesweit prominent. Beckstein ist Bayerns beliebtester Politiker. Doch sowohl er als auch Huber haben mehrfach erklärt, nicht gegen Stoiber antreten zu wollen. In ein paar Jahren werden sie zu alt sein.

Im Hintergrund rumort bereits; Generalsekretär Markus Söder, der gerade erst 40 geworden ist, käme als Alternativkandidat für einen Generationenwechsel an der Parteispitze in Frage. Und ihm werden ebenfalls Ambitionen nachgesagt.