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StichwortUrananreicherung

29.08.2006, 11:26 Uhr

Dreh- und Angelpunkt des Atomstreits mit dem Iran ist die Anreicherung von Uran. Nach dem Atomwaffensperrvertrag darf der Iran Kernenergie zivil nutzen und dafür auch Uran anreichern.

Dreh- und Angelpunkt des Atomstreits mit dem Iran ist die Anreicherung von Uran. Nach dem Atomwaffensperrvertrag darf der Iran Kernenergie zivil nutzen und dafür auch Uran anreichern. Der Westen verdächtigt Teheran, dass die Anreicherung aber zum Bau der Atombombe führen soll.

Je nach Grad der Anreicherung kann Uran zivil oder militärisch genutzt werden. Ausgangsstoff ist Uranerz, in dem spaltbares Uran-235 nur zu 0,7 Prozent enthalten ist. Der Rest ist nicht-spaltbares U-238. Bei der Anreicherung macht man sich den Massenunterschied zwischen beiden Uran-Isotopen zu Nutze. Sie werden am häufigsten in Zentrifugen mit bis zu 70.000 Umdrehungen pro Minute getrennt. Die nicht benötigten und schwereren U-238-Atome werden an den Rand der Röhre gedrängt, während sich immer mehr leichteres U-235 in der Mitte sammelt.

Für den Betrieb von Leichtwasserreaktoren wird eine U-235-Konzentration von drei bis fünf Grad benötigt. Für den Bau von Atombomben ist 90-prozentiges U-235 erforderlich. Dazu braucht man sehr viele hintereinander geschaltete Zentrifugen. Bis zur Produktion einer Atombombe würde der Iran nach Schätzungen das Institut für Strategische Studien in London (IISS) noch drei bis 15 Jahre benötigen.