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ZwischenrufDer Trick mit den Bildern

14.12.2010, 14:34 Uhr
imageEin Kommentar von Manfred Bleskin
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Das Ehepaar Guttenberg zu Besuch im Kriegsgebiet. (Foto: dpa)

Die Guttenbergs überschreiten mit dem Besuch in Afghanistan den medialen Rubikon. Die Medienshow am Hindukusch ist der Höhepunkt einer beispiellosen Selbstinszenierung eines Mannes, der offensichtlich nach höheren Weihen strebt.

Der Verteidigungsminister und dessen Frau haben mit dem Besuch in Afghanistan den medialen Rubikon überschritten. Schlimmer geht’s nimmer.

"Manche verlässt im Wahlkampf offensichtlich das letzte Gefühl für Stil und Umgangsformen", sagte der ehemalige Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg einst. Nun fallen seine Worte auf ihn zurück. In seinem permanenten Wahlkampf hat ihn ganz "offensichtlich das letzte Gefühl für Stil und Umgangsformen" verlassen. Die Medienshow am Hindukusch ist der – vorläufige? – Höhepunkt einer beispiellosen Selbstinszenierung eines Mannes, der - ganz offensichtlich – nach höheren Weihen strebt als denen eines Ministers in einem Kabinett Merkel/Westerwelle.

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Guttenberg im März 2009 auf dem Times Square. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Minister und seine Gattin führen sich auf wie ein Königspaar, das seine Truppen besucht und ihnen zum Christfest den Segen erteilt. Peinlich die Schweigeminute mit Damenbegleitung an der Gedenktafel für die in Afghanistan gefallenen Soldaten. Selbst US-Politiker, Meister im Vermarkten der eigenen Familie, verzichten bei ähnlichen Akten auf die Begleitung des Ehepartners. Die Bemerkung eines deutschen Offiziers traf wohl ins Schwarze, als er Stephanie zu Guttenberg "viel Spaß" beim Aufenthalt wünschte. Und dass beide Spaß hatten, konnte man spätestens beim Salutieren der Ministerfrau vor ihrem Ministermann sehen.

Gebracht hat der Besuch … nichts. Auch, wenn Guttenberg versucht, medial den gegenteiligen Eindruck zu erwecken. Erinnert sei an sein Foto auf dem New Yorker Times Square mit Broadway-Hintergrund: Die Visite galt der Opel-Rettung und brachte … nichts.

Manfred Bleskin kommentiert seit 1993 für n-tv das politische Geschehen. Er war zudem Gastgeber und Moderator verschiedener Sendungen. Seit 2008 ist Bleskin Redaktionsmitglied in unserem Hauptstadtstudio in Berlin.