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Donnerstag, 26. November 2009

Minister auf Abruf: Jung nicht mehr tragbar

Jochen Müter

Jung hat einen unwürdigen Auftritt hingelegt.

Jung hat einen unwürdigen Auftritt hingelegt.
(Foto: dpa)

Minister Jung eiert herum. Und das ist eines Ministers nicht würdig. Schon gar nicht in einem Fall, in dem es um zahlreiche zivile Tote geht. Wieder einmal präsentiert sich der ehemalige Verteidigungs- und jetzige Arbeitsminister überfordert von seinen Aufgaben. Sein Auftritt vor dem Parlament: im Grunde eine Unverschämtheit. Die Öffentlichkeit, der Souverän, hat ein Recht darauf, von ihren Regierenden nicht verschaukelt zu werden. Und sie hat ein Recht darauf, dass Minister vernünftig arbeiten.

Jung hat das nicht getan. Er habe von dem Bericht seiner Feldjäger erfahren, diesen aber nicht zur Kenntnis bekommen. Was das bedeutet? Er hat ihn sich nicht zeigen lassen – und damit gar nicht erst gelesen. Und das, obwohl das Thema Tanklaster-Angriff für den Minister oberste Priorität hätte sein müssen. Kurzum heißt das: Offenbar hat es ihn schlicht nicht interessiert, was seine Feldjäger geschrieben haben. Allein die Tatsache, dass er in dem heiklen Fall die Dokumente seines Hauses nicht kennt, macht ihn zur Fehlbesetzung in jedem Ministeramt.

Diese Dienstauffassung muss Konsequenzen haben. Kanzlerin Merkel ist dringend gefordert, hier Klarheit zu schaffen. Sie sollte sich den wackeligen und mit den Anforderungen an ein Ministeramt überforderten Jung nicht länger leisten.

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