Senat stimmt Reform zuObama hilft beim Lächeln
Obama hat noch viel Potenzial. Dass er innerhalb eines Jahres eine Reform bewältigt, die Jahrzehnte auf sich warten ließ, ist wirklich ein Grund zur Hoffnung.
Obama schafft Großes – heute hat er es bewiesen. Nach einigem Hin und Her folgt ihm der Senat und votiert für eine, bezogen auf amerikanische Verhältnisse, fast schon revolutionäre Reform. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist eben bislang auch möglich, dass Millionen im Krankheitsfall durch jedes Netz fallen, mitunter den Boden unter den Füßen verlieren. Sie sind dann auf private Initiativen angewiesen – doch deren Reichweite ist stark begrenzt. Und wer jemals etwa in San Francisco durch die Armen-Viertel gegangen ist, der weiß, wie amerikanische Gebisse aussehen. Obama arbeitet daran, dass Amerika wieder strahlend lachen kann und eine Blinddarmentzündung nicht mehr ein großes Existenzrisiko ist.
Und er legt ein Tempo vor, das atemberaubend ist. Wer hätte gedacht, dass das unverrückbare amerikanische Dogma der totalen Selbstverantwortung so schnell eine Beule bekommt? Was Obamas Gegner Sozialismus schimpfen, ist tatsächlich Gerechtigkeit, Fairness und ein bitter nötiger Beitrag zur sozialen Einheit des Landes. Ein Import aus dem "alten Europa", wenn man so will. Hier hat sich das Prinzip bewährt – und hält hoffentlich noch lange.
Sicher: Obama musste Kompromisse machen – aber das ist normal. Das Grundsätzliche dieser Reform ist es, das beeindruckt. Es soll noch mal jemand sagen, fundamentale Veränderungen seien in Demokratien kaum noch herbeizuführen. Das stimmt einfach nicht. Man muss ackern, überzeugen, argumentieren, sich der Kritik stellen. Obama hat das getan. Und darf sich nun freuen. Millionen Menschen, die bisher in großem Risiko lebten, dürfen es auch.