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Ein Fall ZumwinkelUnvermeidlicher Abschied

15.02.2008, 15:02 Uhr

Der Abschied war unvermeidlich. Er kam gerade noch so schnell, dass er wirkt wie Klaus Zumwinkels eigene Entscheidung.

Der Abschied war unvermeidlich. Er kam gerade noch so schnell, dass er wirkt wie Klaus Zumwinkels eigene Entscheidung. Guter Rat aus der Politik hat nicht gefehlt. Er wurde dringlich vorgetragen. Die turnusgemäß bevorstehende Sitzung des Post-Aufsichtsrats musste auf Zumwinkel ohnehin wie eine Drohung wirken. Vorverurteilungen sind weiterhin unerlaubt. Der Verdacht, dass sein Abschied als Vorstandsvorsitzender der Post und Aufsichtsratsvorsitzender der Postbank ein Schuldeingeständnis ist, mag nahe liegen, ist aber auch nicht mehr als ein Verdacht.

Unvermeidlich war der Abschied, weil der Vorstandschef eines der größten deutschen Unternehmen sonst monatelang Gegenstand öffentlicher Diskussionen geworden wäre, mit allen schädlichen Folgen für die Motivation der Mitarbeiter und für die Arbeit im Vorstand. Das hätte der Hauptaktionär Bund nicht dulden können. So bleibt der Fall, was er ist: Ein Fall Zumwinkel.

Aber offenbar ist er doch mehr. Hinweise der Ermittlungsbehörden und Haussuchungen an verschieden Plätzen lassen vermuten, dass die Bochumer Staatsanwaltschaft einem System auf die Spur gekommen ist, in dem viele Steuerpflichtige mit ihrem Geld in Liechtensteiner Stiftungen stiften gegangen sind. Man erinnert sich: Auch die CDU hatte das Institut dieser Stiftungen genutzt. Es ist ihr nicht gut bekommen. Und als der Bochumer Staatsanwaltschaft vor etlichen Jahren Unterlagen über Klienten eines prominenten Liechtensteiner Stiftungstreuhänders zugespielt wurden, konnten die Staatsanwälte dutzendfach "Stifter" vor Gericht, darunter etliche Prominente. Den Bürgern, die steuerehrlich sind, und sei es nur aus Mangel an Gelegenheit, bleibt zumindest ein Trost: Die Staatsanwaltschaft hat keine Angst vor großen Namen.