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Auf der Jagd nach Rekorden"Stahlkoloss mit Botschaft"

04.01.2010, 20:46 Uhr

Gewonnen ist er, der Wettbewerb in der Rubrik Höhe: Der Burj steht und weckt widersprüchliche Emotionen: Geniestreich oder Imponiergehabe? Größenwahn oder Erfolgsgeschichte?

Gewonnen ist er, der Wettbewerb in der Rubrik Höhe: Der Burj steht und weckt widersprüchliche Emotionen: Geniestreich oder Imponiergehabe? Größenwahn oder Erfolgsgeschichte?

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Wurde feierlich eröffnet: Das höchste Gebäude der Welt. (Foto: AP)

"Für den stolzen Bauherren, Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, ist hier nicht nur von irgendeinem Turm die Rede, auch nicht nur von irgendeinem Weltrekord. Seine Majestät verbindet mit dem Stahlkoloss vielmehr eine Botschaft: Er steht als ein Zeichen dafür, dass der Mensch nach Höherem strebt", kommentiert die Berliner Zeitung. "Man mag das für Küchenphilosophie, für einen billigen Marketingtrick oder für einen interessanten Gedankenanstoß halten, Fakt ist, dass der Turmbau zu Dubai den Nerv seiner Zeit trifft. Homo sapiens, des Jagens und Sammelns von Büffeln und Beeren überdrüssig, hat sich voll und ganz auf die Jagd nach Rekorden verlegt."

"Hohn und Spott lösten in den Tagen der Fast-Pleite Dubais die einstige Bewunderung für seine Großprojekte ab. Das moderne Babel erfahre seine gerechte Strafe." Der Fränkische Tag hält Schadenfreude aber für nicht angebracht. "Der Burj Dubai mit seinen über 800 Metern sollte vielmehr als Erfolgsgeschichte Nachahmer finden. Architekten, Ingenieure, Designer und Bauarbeiter aus aller Welt waren an der Golfküste zusammengekommen", lobt die Zeitung aus Bamberg und stellt Dubai der aktuellen Bedrohungslage durch Terroristen gegenüber: "Sie wurden eingeladen von einem arabischen Land, das sich eben nicht isoliert und Hasstiraden an die westliche Welt adressiert. In Dubai entsteht vielleicht das Modell der Weltstadt, in der Toleranz und Innovationsgeist zuhause sind. Ein Treffpunkt der Völker."

Die Nürnberger Zeitung verweist auf das Milliardendefizit im Staatshaushalt des Emirats: "Scheich Maktums übergroßer architektonischer Ehrgeiz - manche sprechen von Größenwahn - haben das Emirat, das nicht wie der reiche Nachbar Abu Dhabi über riesige Ölvorkommen und milliardenschwere Nationalfonds verfügt, an den Rand der Pleite getrieben. Die Staatsverschuldung wird auf 80 Milliarden Dollar geschätzt." Dennoch seien die Wüstensöhne nicht ganz realitätsfremd: "Wohnungen und Büros im Burdj Dubai sind zu 90 Prozent verkauft und die staatseigene Baufirmengruppe Emaar macht damit bereits zehn Prozent Gewinn."

"Hybris eines ehrgeizigen Potentaten? Architektonischer Geniestreich? Visionäres Zukunftsprojekt? Oder neureiches Imponiergehabe?" Der Bonner General-Anzeiger sieht mit dem Turmbau zu Dubai unterschiedlichste und widersprüchliche Emotionen geweckt. Jedoch sei es eine Tatsache, dass der "ewige Wettbewerb um das Höherschnellerweiter (...) in der Rubrik Höhe einen neuen Rekordhalter gefunden (hat)". Aber nur vorläufig: "Es ist nur eine Frage der Zeit für das nächste Projekt der Superlative: das erste von Menschenhand geschaffene Bauwerk, das die Ein-Kilometer-Marke überschreitet."

Quelle: Zusammengestellt von Nadin Härtwig