Ratgeber

Verzehr krebserregend?: 19 Margarinesorten im Test

Alexander Klement

Seit über 50 Jahren herrscht ein Streit, ob Butter oder Margarine für die Ernährung besser ist. Einmal sollen die ungesättigten Fettsäuren der Margarine vor Herzinfarkt schützen, dann wieder soll Butter gesünder sein - je nachdem welche Lobby-Studie man gerade liest. Fest steht: Zwischen den Margarinesorten gibt es Unterschiede.

Ist Margarine besser fürs Herz? Es gibt Beweise und Gegenbeweise.
Ist Margarine besser fürs Herz? Es gibt Beweise und Gegenbeweise.(Foto: Claudia Hautumm, pixelio.de)

Wir essen um zu leben und leben nicht um zu essen – sagt eine Lebensweisheit. Aber viele achten nicht darauf, was sie so tagtäglich in sich hineinstopfen. Da gibt es Vanilleeis ohne Vanille, Meeresfrüchte-Cocktails mit Krebsfleischimitat, Schoko-Kekse ohne Schokofüllung, Schinken aus zusammengeklebten Fleischstücken und nicht zu vergessen der Analogkäse - zu finden auf vielen Fertiggerichten.

"Allein der Begriff 'Analogkäse' ist völlig schief", meint Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von Foodwatch im Gespräch mit n-tv.de. "Das ist so, als wäre Margarine nicht als Margarine, sondern als 'Analogbutter' vermarktet worden", fügt er hinzu. Dieser Satz lässt das Herz eines jeden fettbewussten Margarine-Essers eine Etage tiefer rutschen. Ist Margarine letztlich nur ein günstiger, schlechter Butterersatz?

Das ist eine Frage des Standpunkts. In den 1970-er Jahren hatte Finnland die höchste Herzinfarktrate der Welt. In einer groß angelegten Präventionskampagne wurden die Menschen geschult, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Dabei setzte man auch auf Margarine statt Butter. Vor der Kampagne aßen 95 Prozent der Finnen Butter als Brotbelag, heute sind es nur noch fünf Prozent.

Butter oder Margarine

Als "buttergleich" wurde der Brotaufstrich Rahma 1927 beworben.
Als "buttergleich" wurde der Brotaufstrich Rahma 1927 beworben.

Margarine soll gesünder sein als Butter, da sie ungesättigte Fettsäuren enthält. Die oft als schlecht bezeichneten gesättigten Fettsäuren stecken in Fleisch, Wurst, Milch, Sahne und Butter. Je nachdem, welcher Lobby-Verband gerade eine Studie in Auftrag gegeben hat, ist mal von der guten, gesunden Butter oder der überlegenen Margarine die Rede. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen und heißt "ausgewogene Ernährung". Zu viel ist eben von allem schlecht.

Mit einer anderen Frage hat sich die Zeitschrift Ökotest auseinandergesetzt. Die Tester wollten wissen, ob es gute und schlechte Margarine gibt. Als Kriterium führt Ökotest unter anderen den Fettschadstoff Glycidyl-Ester ein. Zumindest Glycidol sei giftig und erzeuge bei Menschen wahrscheinlich Krebs, schreiben die Experten. Fest steht zumindest, dass eine mögliche Vorstufe des Glycidols, so genannte Glycidyl-(Fettsäure)-Ester in der Margarine stecken.

Palmfett als Lieferant

In Palmfett, das besonders oft zur Herstellung von Margarine verwendet wird, soll rech viel von dem Stoff stecken. Im schlimmsten Fall verwandeln sich die Glycidyl-Ester in freies Glycidol um. Glycidol hat bei Tierversuchen zu Krebs geführt. Der aktuelle Forschungsstand lässt aber den Rückschluss nicht zu, dass der Verzehr von Margarine das Krebsrisiko erhöht.

Grundsätzlich gilt aber, wenn in der Margarine keine Glycidyl-Ester enthalten sind, gibt es ein Risiko weniger. Das ist allerdings bei 16 der 19 getesteten Produkten nicht der Fall. Nur drei Produkte kommen ohne den Fettschadstoff aus: Becel Original, Hama Gold (beide von Unilever) und die bei Lidl zu kaufende Vita D'or Pflanzen Margarine, die zu den günstigsten Produkten im Test zählt. Außer diesen drei Produkten erhält noch die Bio Margarine von Rewe die Note "gut". Alle anderen Produkte im Test müssen sich mit einem "befriedigend" oder "ausreichend" zufrieden geben. Hierzu zählen auch die bekannten Produkte Rama Streichfett und Sanella Back-, Koch- und Streichfett, die ebenfalls aus dem Hause Unilever stammen.

Quelle: n-tv.de

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