Ratgeber

Riester, Dispo, Fremdabhebung: 700 Millionen Euro Schaden

Banken und Versicherungen stehen bei Verbraucherschützern unter Beobachtung. Diese monieren hohe Kostenbelastung bei Riesterverträgen, überteuerte Dispozinsen und Abzocke am Geldautomaten. Jetzt haben sie erstmals zusammengerechnet, welche Schäden dadurch insgesamt entstehen.

Die Verbraucherschützer fordern eine bessere Kontrolle bei Finanzprodukten.
Die Verbraucherschützer fordern eine bessere Kontrolle bei Finanzprodukten.

Durch ineffiziente Riester-Verträge, zu hohe Dispozinsen und Fremdabehebegebühren entstehen Verbrauchern jedes Jahr finanzielle Schäden in Höhe von über 700 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen der Stiftung Warentest und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Beiden Organisationen fordern deshalb, den Verbraucherschutz in der Finanzaufsicht zu verankern. Und so haben die Verbraucherschützer gerechnet:

Riester-Verträge

Besonders drastisch sind die die finanziellen Schäden bei der privaten Altersvorsorge. Insbesondere Riester-Produkte sind oft durch zu hohe Gebühren belastet, das legen Tests der Stiftung Warentest nahe. Für die Berechnungen gingen die Tester davon aus, dass die durchschnittliche Rendite durch überhöhte Kosten um ein Prozent schrumpft. Bezieht man dies auf die gut sechs Milliarden Euro an staatlichen Zulagen, die bis einschließlich 2009 gezahlt wurden, summieren sich die Verluste für die Verbraucher auf 115 Millionen Euro. Nimmt man weiter eine konstante Zulagen-Summe von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr an, so wachsen die Verluste bis 2020 auf mehr als drei Milliarden Euro, bis 2030 sogar auf über 11 Milliarden Euro.

Dispozinsen

Ein weiteres Ärgernis sind überhöhte Dispozinsen. Leitzinssenkungen müssten nach Ansicht der Verbraucherschützer an die Bankkunden weitergegeben werden. Das ist aber nicht der Fall: Während die Europäische Zentralbank den Zins seit September 2008 um insgesamt 3,25 Prozent reduzierte,  sanken die durchschnittlichen Zinsen für Überziehungskredite an private Haushalte im gleichen Zeitraum gerade einmal von 11,98 auf 10,28 Prozent. Bei einem Kreditvolumen von rund 41,8 Milliarden Euro, entsteht den Verbrauchern somit ein finanzieller Schaden von etwa 650 Millionen Euro im Jahr.

Fremdabhebegebühren

Wegen ihrer hohen Fremdabhebegebühren sind Banken in den letzten Wochen in die Kritik geraten. Rund zwei Milliarden Mal heben Verbraucher in Deutschland Geld am Automaten ab. Bei 20 Millionen Transaktionen fallen Gebühren an – im Durchschnitt sieben Euro. Unterstellt man ein Prozent Fremdabhebungen, so finden jährlich 20 Millionen Transaktionen statt, bei denen Gebühren anfallen. Die Kosten für eine Fremdabhebung betragen mittlerweile durchschnittlich sieben Euro. Geht man davon aus, dass die tatsächliche Belastung der Banken bei maximal zwei Euro liegt, so entsteht den Verbrauchern pro Abhebung ein Schaden von fünf Euro. Hochgerechnet auf alle Transaktionen sind das 100 Millionen Euro pro Jahr.

Quelle: n-tv.de

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